Flexiblere Fabriken

BMW hat die Produktion massiv verändert. Heute können auf einer Montagelinie (Bild) meist verschiedene Modelle und Modellvarianten in beliebiger Reihenfolge mit weitgehend standardisierten Arbeitsabläufen montiert werden. Dadurch kann flexibel auf Nachfrageschwankungen reagiert werden.

Möglich macht das eine gemeinsame technische Architektur dieser Modelle, die unter den unterschiedlichen Karosserieformen Platz findet. Komponenten oder Module wie Motoren, Getriebe, Achsen oder Elektronik werden so konstruiert, dass sie in möglichst vielen Modellen eingesetzt werden können. Ergebnis: geringere Kosten für Entwicklung und Produktion.

Die Logistik ist perfekt ausgetüftelt: Kunden können Details wie Farbe, Motor und Sitze noch sechs Tage vor der Endmontage ändern. Flexible Arbeitszeitmodelle der Belegschaft gleichen Produktionsschwankungen aus.

Mehr Modelle

BMW wollte mehr Autos verkaufen, aber nicht jeder kann oder will sich ein Luxusmodell leisten. Darauf hat BMW reagiert. Bot der Konzern im Jahr 2004 noch 17 verschiedene Modelle und Karosserievarianten an – 14 der Marke BMW, zwei der Marke Mini und einen Rolls-Royce –, sind es heute doppelt so viele (23 BMW, sieben Mini, vier Rolls-Royce).

Zu den klassischen BMW-Modellreihen der Mittel- und Ober- und Luxusklasse (3er, 5er, 7er) kamen die Kompakt- und Kleinwagen hinzu. Zu ihnen zählen der 1er BMW (2004), das Mini Cabrio (2004) oder der Mini Clubman (2007). Darüber hinaus bedienten die Münchner den Trend zum Geländewagen, etwa mit dem X6 (2008) und dem X1 (2009). Seit 2013 verkauft BMW mit dem i3 auch das erste reine Elektroauto. In diesem Jahr starten weitere Modelle: 2er Coupé, i8 (Plug-in-Hybrid-Sportwagen), X4 und Active Tourer (Minivan).

Höhere Nachfrage aus dem Ausland

BMW hatte auch Glück und profitierte Jahr für Jahr von der zunehmenden Nachfrage nach deutschen "Premiumautos" – als Statussymbole in aller Welt. Hintergrund ist die Entwicklung einkommensstarker Mittelschichten in vielen Schwellenländern Asiens, Südamerikas und Osteuropas.

Am deutlichsten zeigt sich die Entwicklung in China: Im Jahr 2004 setzten die Bayern dort gerade mal rund 20 000 Autos um (zwei Prozent des Gesamtabsatzes). 2013 wurden dort bereits 392 000 Autos verkauft, und China ist mit 19,9 Prozent das wichtigste Abnehmerland noch vor den Vereinigten Staaten.

Mehr Absatz

Dank erweitertem Modellangebot und neuer Käuferschichten in Schwellenländern wuchsen die Verkäufe der BMW Group zwischen 2004 und 2013 von gut 1,2 Millionen auf 1,97 Millionen Fahrzeuge, davon 1,66 Millionen der Stammmarke BMW, gut 0,3 Millionen der Mini-Familie und genau 3630 Rolls-Royce. Es gilt als sicher, dass die 2-Millionen-Marke im laufenden Jahr deutlich überboten wird.

Doch BMW ist nicht der einzige Anbieter von Premiumautos, die in der Regel mindestens 20 Prozent teurer sind als weniger prestigeträchtige Modelle von Volumenmarken. Härteste Verfolger sind Audi und Mercedes-Benz, die mit sehr ähnlichen Strategien ebenfalls stark zulegen konnten.