Oh, Wunderkinder! Der Arzt Auguste Tissot schrieb schon im 18. Jahrhundert: "Ich habe Kinder voll Geistes gekannt, die mit dieser weit über ihr Alter gehenden gelehrten Raserei befallen waren, und ich habe mit Schmerzen das Schicksal, das auf sie wartet, vorausgesehen: am Anfang sind sie Wunder, am Ende Narren."

Die 13-jährige Kasachin Zhansaya Abdumalik, mehrfache Mädchenweltmeisterin und aktuell Vizeweltmeisterin der U 20 (!), bezwang den ehemaligen Weltmeister Anatoli Karpow und war mit 12 Jahren bereits "weiblicher Großmeister".

Trotz ihrer jungen Jahre kommt sie schon überall in der Welt umher, so auch ins österreichische Aschach. Dort war es dann zwar nichts mit dem Turniersieg, aber das Selbstbewusstsein blieb unbeeindruckt.

Die Zeitschrift Schach berichtet von ihren Zielen: "Zuerst möchte ich Damenweltmeisterin werden und dann meinem Vorbild Judit Polgár nacheifern und in die allgemeine Weltspitze vordringen." – "Und dann Carlsen schlagen und Weltmeisterin werden?" – "Warum nicht, aber alles Schritt für Schritt!" Gott erhalte ihr diese besonnene Bescheidenheit.

Sollten Sie hingegen nicht wie Zhansaya als Schwarze am Zug beim Moscow Open 2012 gegen Irina Utiatskaja die vierzügige Mattkombination finden, werden Sie wohl kaum noch Weltmeister.

Lösung aus Nr. 14:

Welcher prächtige und überraschende Zug entschied für Schwarz? Es war das Läuferopfer 1...Le1+! , welches den Turm zwangsweise von der Deckung seiner Dame ablenkte: 2.Txe1 , wonach 2...Txf3+! 3.Kxf3 Dxg5 die weiße Dame gewann. Natürlich wäre auch 2.Kg2 De2+ 3.Kh1 Dxf3+ hoffnungslos gewesen