Petersilie ist ein Kraut, das praktisch zu allem passt, zu jedem Fleisch, zu jedem Gemüse, zu jedem anderen Kraut. Gegen kein Aroma wehrt sich die Petersilie. Aber es ist leider so: Wenn man es jedem recht macht, wird man irgendwann übersehen. Undankbare Welt. Dabei hat vor allem glatte Petersilie ein schön kräftiges, leicht bitteres Aroma, hinter dem sie sich nicht verstecken muss. Im Taboulé ist sie deshalb die wichtigste Zutat.

Doch inzwischen hat sie sich, die gutmütige Petersilie, auch hier das Heft aus der Hand nehmen lassen: Die Taboulés in den Plastikschalen im Supermarkt und die meisten Taboulés, die zu WG-Partys mitgebracht werden, bestehen fast nur noch aus Bulgur oder Couscous, ein paar Tomaten und Zwiebeln. Das sind jedenfalls nicht mehr die grünen Salate der libanesischen Küche, in denen ab und zu mal ein Bulgurkorn auftaucht.

Man nimmt also einen sehr großen Bund Petersilie, vielleicht sogar zwei, löst die Blätter von den Stielen und hackt die Blättchen klein. Das sollte man ausnahmsweise ordentlich machen: Wenn die Blätter zu grob geschnitten sind, lässt sich der Salat nicht essen. Es kommt jetzt noch etwas Minze hinzu, ebenfalls gehackt. Den Bulgur in etwas Salzwasser gar kochen, abkühlen lassen und dazugeben. Zwiebel und Tomaten fein hacken und hinzufügen. Das Dressing besteht aus nicht mehr als etwas Zitronensaft, etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer.

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Man kann dazu ein paar Scheiben Halloumi braten, das ist ein salziger, halbfester Käse aus dem Mittelmeerraum, der in der Pfanne nicht schmilzt, sondern knusprig wird. Oder man isst dazu in Gottes Namen ein paar Lammspieße, wenn man sonst befürchtet, bei so viel Grün zum Kaninchen zu werden.

Taboulé
(als Beilage für 2 bis 3 Personen)

1 großer Bund glatte Petersilie
einige Zweige Minze
50 g Bulgur
1 kleine rote Zwiebel
2 kleine Tomaten
Zitronensaft
Olivenöl
Salz, Pfeffer