Fast vergessen: Bald ist Geburtstag! Zum Glück haben die Newsletter-Leute der Deutschen Bahn daran gedacht. Sie sind schon ganz aufgeregt: "Sehr geehrter Herr Pletter", schreiben sie, "Ihr Geburtstag rückt immer näher, und unsere Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren." Ich finde es gut, dass die Bahn versucht, so pünktlich zu sein an diesem für mich wichtigen Tag. Am Wochenende erst kam ja mein Zug aus München wieder eine halbe Stunde zu spät in Hamburg an. Doch jetzt: "Eine tolle Überraschung wartet auf Sie: Klicken Sie hier, und helfen Sie uns ein wenig bei der Planung."

Bahn-Chef Rüdiger Grube hat vor wenigen Tagen auf 180.000 Euro Gehalt verzichtet. Nun verstehe ich, warum. Er muss mein Geschenk kaufen, die Reisen aller noch lebenden Ex-Bahn-Chefs zu den Feierlichkeiten bezahlen, einen Tunnel für meine Freunde aus Stuttgart graben, Bäume für die Demonstranten gegen den Tunnel pflanzen und seinen Termin bei Wladimir Putin verlegen. Gern klicke ich da auf den Geburtstagslink, wähle Lieblingsfarbe, Lieblingsreiseziel und Lieblingskuchen.

"Wir bedanken uns schon vorab für Ihre Unterstützung und stürzen uns sogleich in die Vorbereitungen für Ihre Geburtstagsüberraschung", schreibt "Ihr Team von www.bahn.de". Ich freue mich auch, habe nur ein schlechtes Gewissen wegen meiner späten Antwort. Sonst wäre der Tunnel in Stuttgart sicher schon fertig.