Freddy Derwahl, Romanautor aus Eupen, schreibt gern sperrig und düster – von der mühsamen Suche nach Erfüllung, dem Abenteuer Einsamkeit, von Lebensgier und der Last der Lüste. Jetzt hat Derwahl zusammen mit dem Fotografen David Hagemann den Bildband Eine Reise durch Ostbelgien vorgelegt.

Es ist ein mutiges, sprödes Liebesbekenntnis geworden, jenseits von PR-Kitsch und Schönfärberei. Sujet ist das deutschsprachige, teilautonome Gebiet zwischen Aachen und Luxemburg mit seinen 70.000 Einwohnern.

In 25 Szenen aus Orten wie Büllingen, Neu-Moresnet oder Eiterbach geht es um die Tiefe dunkler Venn-Forste, die Lebensgeschichten von Honoratioren, um Moorlöcher und Schmugglerpfade an der "sündigen Grenze". Leise Heimatgeschichten (Eigenanspruch: "ohne raunende Romantik"), leicht erzählt, manchmal poetisch, mal verknotet und verrätselt, auch mal banal: Das passt zu diesem schrulligen Dazwischenland. Der junge GI Henry Kissinger taucht auch auf, die MP im Anschlag, nachts in einem abgelegenen Ardennengehöft. Und das Clownsdenkmal in Eupen: "Ein Lachen, das bereits um den grauen Aschermittwoch weiß, und eine Wehmut, die in dieser Stadt nicht das letzte Wort haben soll."