Wenn ein Unternehmen Geld braucht, hat es zwei Möglichkeiten: Entweder sucht es für Anteile an der Firma neue Eigentümer, die dafür bezahlen. Das nennt man Eigenkapitalbeteiligung. Oder es nimmt einen Kredit auf, etwa bei einer Bank, das heißt dann Fremdkapitalbeteiligung. Ein weiterer, in Deutschland verbreiteter Weg ist die Ausgabe von Genussrechten. Das ist eine Mischform zwischen Fremd- und Eigenkapital. Wer ein Genussrecht kauft, wird zwar nicht Miteigentümer an der Firma. Im Gegensatz zu diesem darf er bei Entscheidungen nicht mitreden, und im Gegensatz zu einem Gläubiger ist er auch an Gewinnen und Verlusten beteiligt. Warum das jemand machen sollte? Weil ihm das Unternehmen dieses höhere Risiko bezahlt, es verzinst sein Geld mit einer höheren Rendite. Solche Genussrechte haben häufig feste und längerfristige Laufzeiten, man kann sie nicht einfach weiterverkaufen. Sie eignen sich also nur für Anleger, die das Unternehmen gut kennen. Bislang mussten Unternehmen, die Genussrechte verkaufen wollten, nur einen Prospekt und ein Informationsblatt bei den Kontrolleuren der Finanzaufsicht BaFin abgeben. Die Behörde hat nur überprüft, ob die Unterlagen vollständig waren, aber nicht, welche Risiken mit den Geschäften verbunden sind. Doch durch die Pleite einer großen Windpark-Firma im vergangenen Jahr, die sich fast nur über Genussrechte finanzierte, denken die Beamten darüber jetzt noch mal nach.

Frank Dornseifer, Geschäftsführer Bundesverband Alternative Investments e. V.