ZEIT: Noch einmal zurück zu Ihrer Idee, die Bürgerschaft zu schrumpfen: Wie viele Abgeordnete brauchte ein Hamburger Vollzeitparlament?

Kerstan: Ich will da jetzt keinen Vorschlag machen. Erst einmal muss es in der Stadt eine grundsätzliche Debatte geben, ob ein effizientes Vollzeitparlament gewünscht ist.

ZEIT: Wie viel müsste ein Vollzeitabgeordneter verdienen?

Kerstan: Da sollte man sich an Abgeordneten anderer Bundesländer orientieren.

ZEIT: Das sind bis zu 7000 Euro. Aber als Baden-Württemberg 2008 das Vollzeitparlament eingeführt und seine Abgeordneten besser bezahlt hat, wollten manche ihren Beruf gar nicht aufgeben.

Kerstan: Das wird man hier sehen müssen. So eine Reform wäre ein Langfristprojekt: Das bereitet man in einer Wahlperiode vor, das nächste Parlament setzt es dann um. Natürlich bedeutet eine Verkleinerung des Parlaments, dass jeder, der dafür die Hand hebt, eventuell seinen Job abschafft. Das ist natürlich eine Hürde.