Hummels macht Hoffnung

1) Brasilien. Weil sie das Klima gewohnt sind, aber vor allem, weil sie’s am meisten wollen.

2) Mats Hummels schießt (das früheste Tor der WM-Endspielgeschichte?!) in der vierten Minute des Finales nach einem von der Wut über das nicht gegebene Tor gegen die Bayern angetriebenen Lauf über das gesamte Spielfeld die Deutschen in Führung. Aus oben erwähnten Gründen verlieren sie trotzdem 1 : 2.

3) Laune!

Ulrich Matthes, Schauspieler

Löw kann das!

1) Deutschland. Wenn ihre Schwächen großgeredet wurden, spielten die Deutschen besonders gut. Zu wenige Stürmer, heißt es jetzt. Unsichere Abwehr. Zu viel filigranes Tiki-Taka-Mittelfeld mit gerade altmodisch gewordener Ballbesitz-Obsession, keine Wettkampfhärte ... Das sind alles Momentaufnahmen. Joachim Löw ist ein viel besserer Trainer, als es die Deutschen momentan glauben – und er hat noch Zeit. Er wird überraschende Rezepte und eine Ordnung finden; die Spieler dazu hat er.

2) Julian Draxler! An seinen technischen Fähigkeiten zweifelt keiner. Dass er kämpfen kann, wenn’s drauf ankommt, trauen ihm viele (noch) nicht zu. Zu Unrecht. Draxler wird, seines Selbstvertrauens, seiner Übersicht und seiner neuen Muskelpakete wegen, zum kämpferischen Steuermann im deutschen Mittelfeld.

3) Er fordert mir alles ab. Und er macht mich furchtbar durstig.

Urs Willmann, ZEIT-Redakteur

Eine große Unsicherheit

1) Ganz klar Deutschland. Alles in allem können wir vor dem Start der Fußballweltmeisterschaft am 12. Juni recht gelassen nach Brasilien blicken. Kein Team hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, mit dem Weltpokal nach Hause zu kommen, als unseres. Aber trotzdem müssen wir mächtig für Schweini und Co. die Daumen drücken, denn rund 80 Prozent Unsicherheit lassen noch genügend Raum für Spannung und Überraschungen!

2) Hmm, ich glaube, die Zeiten, in denen man von Spielern "schwärmt", sind komplett vorbei. Das Spiel ist so athletisch geworden, dass die Individualkunst des Einzelnen sich ganz eindeutig der Mannschaft unterzuordnen hat. Schon bei den letzten beiden Weltmeisterschaften gab es keinen Spieler, von dem man heute noch "schwärmt".

3) Ich genieße ihn und das ganze Drumherum vor dem Fernseher. Eigentlich ist das alles total unwichtig, aber es ist schon erstaunlich, zu beobachten, mit welchen völlig belanglosen Meldungen wir in den kommenden Wochen zugeschüttet werden.

Professor Metin Tolan, Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Physik I an der TU Dortmund

Die Schnellsten gewinnen

1) Spanien, obwohl das Feld bei dieser Weltmeisterschaft ausgeglichen ist.

2) Cristiano Ronaldo. Wer sollte ihn stoppen? Keiner, von dem Waliser Sprinter Gareth Bale einmal abgesehen, ist schneller als dieser portugiesische Fußballspieler. Das wird entscheidend sein. In Brasilien wird die Mannschaft gewinnen, die das größte Tempo geht.

3) Macht mich auf jeden Fall nicht verrückt. Allerdings, wenn Deutschland verliert, muss ich schnell auf die Aschenbahn, um den Frust abzulaufen.

André Büchsenschuss, BKA-Begleitschutz Helmut Schmidt