Einige Jahre vor Bobby Fischers Tod 2008 bekam ich einen Anruf aus Zürich. Marleen Torre, die Frau des philippinischen Großmeisters Eugene Torre, war dort mit Bobby, und sie wollten mich eventuell besuchen, was ich – nur seinetwegen – rundweg ablehnte. Denn der "späte" Bobby Fischer, vom Hass zerfressen, war ein ganz anderer als der 17-jährige, der 1960 eine Woche in meiner Heimatstadt Bamberg weilte, mit dem ich durch die Stadt streifen, trotz seiner exzentrischen Ansichten noch normal reden und zu Hause bei mir Blitzpartien spielen konnte, wobei er mich ziemlich verprügelte.

Die Torres, die früher öfter bei mir in München zu Gast waren, nahmen sich Fischers im philippinischen Exil (in seinem Heimatland USA wäre er sofort verhaftet worden) liebevoll an, der Zeitschrift New in Chess sagte Eugene: "Für Bobby musste man ein außergewöhnliches Verständnis wie für ein schwieriges Kind aufbringen."

Eugene Torre (63) selbst war der erste asiatische Großmeister – er drang bis in den WM-Zyklus vor, gewann 1976 in Manila ein Turnier vor Weltmeister Anatoli Karpow und vertrat sein Land 21-mal bei Schacholympiaden. In seinem Land eine Legende, die sogar 1975 die Hauptrolle in einem Liebesfilm spielte. Und Schach spielen kann er immer noch.

Wie gewann er bei der Schacholympiade 2012 in Istanbul als Schwarzer am Zug gegen Nigel Short (England)? Apropos, torre ist Spanisch für "Turm".

Lösung aus Nr. 22:

Welch prächtiger Zug gewann trotz gefährdeter Lage für Weiß? 1.Se5! drohte nicht nur Matt auf f7, sondern auch die Springergabel auf g6; 1...Sxe5 wäre an 2.dxe5 Db6+ 3.Tf2 nebst Abpflücken des gefesselten Läufers f6 gescheitert. Schwarz versuchte noch 1...Ke7 , gab aber nach 2.Sg6+ Kd8 3.Sxh8 Kc7 4.Sf7 auf