Denken wir an die Reformation, dann denken wir an Männer: an Zwingli, Calvin, Müntzer und natürlich an Luther und seinen Hammer, mit dem der nicht nur wortgewaltige Theologe seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche genagelt hat.

Dabei gab es auch starke Frauen! Elisabeth von Rochlitz etwa. In dem kleinen sächsischen Herzogtum Rochlitz, das sie nach dem Tod ihres Mannes regierte, setzte sie die Reformation durch. Als einzige Frau wirkte sie im Schmalkaldischen Bund mit, im Kampf der protestantischen Reichsfürsten gegen Karl V. Kurzzeitig schien die Reformation den Frauen eine neue Perspektive zu bieten, mehr Freiheit, Selbstbestimmung, Mitsprache. Die Ausstellung auf Schloss Rochlitz zeigt das anhand von 300 Exponaten, zu denen das obige Porträtmedaillon der Schlossherrin ebenso zählt wie Bilder alter Meister, von Dürer bis Cranach dem Älteren.

Neben Elisabeth von Rochlitz gehörten Ursula Weyda, Wibrandis Rosenblatt oder Katharina Zell zu den großen Verfechterinnen der Reformation. Wer sich fragt, warum sie allesamt bislang vergessen waren, stößt übrigens wieder auf Luther. Frauen seien für den Herd und für die Kinder da, lautete eine seiner späteren Thesen. Als niet- und nagelfest hat sie sich nicht erwiesen.

"eine STARKE FRAUENgeschichte", bis 31. Oktober, Schloss Rochlitz, Sörnziger Weg 1, 09306 Rochlitz, Tel. 03737/49 23-10