Bei der Fußball-WM fiebern die deutschen Parteien aus folgenden Gründen mit folgenden Mannschaften: Die Grünen, schon immer verhinderte Mental-Südamerikaner, halten’s mit Brasilien, weil der Mythos vom Joga Bonito, dem schönen Spiel, mittlerweile genauso verlogen ist wie der Mythos von der etwas anderen Partei. Die Linke drückt nicht nur Russland die Daumen, sondern auch Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Sie stellt sich einfach vor, die beiden seien ein Teil Serbiens.

Der Merkel-CDU, jeder Kreativität beraubt, fällt nur Deutschland ein, während die CSU noch schwankt zwischen Italien und Frankreich, Hauptsache, irgendwas mit Maut. Die SPD hält zunächst zur Elfenbeinküste, die ähnlich oft enttäuscht wie ihre eigenen Kanzlerkandidaten. Und später dann, wenn die Elfenbeinküste wieder zu Hause ist, zu Portugal. Keine Musik passt so gut zu den jüngsten Wahlergebnissen der SPD wie der Fado . Die FDP wird rasch eine Wesensverwandtschaft zu England feststellen: Was die Liberalen im vergangenen Herbst erlebten, erlebt England in Brasilien. Weltmeister werden die Griechen. Es sei denn, die AfD schmeißt sie vorher raus. In der Gruppe mit Kolumbien und der Elfenbeinküste gibt es eine klare Alternative für Deutschland: Japan.