"Der König ist tot, es lebe der König!" Kaum einer hatte noch einen Pfifferling für den schon 44 Jahre alten Viswanathan Anand gegeben, nachdem er drei Jahre lang mit mageren Ergebnissen vor sich hindümpelte und schließlich den WM-Kampf in seiner indischen Heimatstadt Chennai (früher Madras) gegen den halb so alten norwegischen Herausforderer Magnus Carlsen mit Pauken und Trompeten verlor – zahnlos schien der "Tiger von Madras" geworden zu sein.

Doch dann die fast wundersame Wiederauferstehung. Beim WM-Kandidatenturnier war er plötzlich wieder der "Alte", der noch lange nicht aufs Altenteil will, und beherrschte souverän das Feld der wesentlich jüngeren Rivalen um Aronjan, Kramnik & Co. Der mehrfache indische Sportler des Jahres, der drei Mal seinen WM-Titel erfolgreich verteidigt hatte, war wieder da. Und vielleicht wiederholt sich die Geschichte des einstigen sowjetischen Weltmeisters Michail Botwinnik, der 1960 gegen den 23 Jahre jungen Himmelsstürmer Michail Tal verlor und ein Jahr später, immerhin schon 50-jährig, den WM-Titel zurückeroberte. Ganz wichtig für Anands "Wiederauferstehung" war der Erstrundensieg gegen die Nummer zwei in der Weltrangliste, den Armenier Levon Aronjan.

Der Springer Aronjans ist im weißen Lager eingeschlossen, doch nach 1.Lxb2 Td2+ hätte Schwarz noch gute Remischancen gehabt. Wie näherte sich der weiße König dem Rappen an und eroberte ihn schließlich?

Lösung aus Nr. 24:

Wie konnte Schwarz am Zug trotz seiner Dame in größter Bedrängnis sogar gewinnen? Nach 1...Lf6!! geschah 2.Txa3 (2.Dxf6 gxf6 3.Txa3 Te1 matt) Lxd4 3.Sxe8 Lxc5! (alle weißen Figuren hängen, zudem droht matt auf d1) 4.Td6 Txe8! , wonach Weiß aufgab. Es droht matt auf e1, und beide Türme hängen