Och, guck mal, wie süß: Sogar Elefanten spielen Fußball! Zumindest sieht es so aus, wenn sich der Brite Nick Brandt mit seiner großformatigen Kamera nahe an sie heranschleicht. So weit, so niedlich.

Nur: Ist das nicht der Schädel eines Artgenossen, mit dem die Tiere da kicken? Dieses scheinbar friedliche, auf den zweiten Blick aber makabere Bild ist programmatisch für den Band "Quer durch wüstes Land": Auf den ersten Seiten fängt Brandt seine Leser mit opulenten Fotografien ein, die auch in einem Tierkalender Platz finden könnten.

Doch je weiter man blättert, desto stärker schleichen sich die Themen Tod und Verwesung in die Motive. Brandt war früher Regisseur, auch in diesem Bildband will er eine Geschichte erzählen: die der gefährdeten Wildtiere Afrikas, Happy End sehr fraglich. Vielleicht erklärt ein biografisches Detail Brandts Ansatz: Bei den Dreharbeiten für das Video zu Michael Jacksons Earth Song verliebte sich Brandt in die Savannen, seither hat er eine Mission. Er will auf die Folgen der Wilderei aufmerksam machen und für den Schutz der Tiere werben. Dazu hat Brandt eine Stiftung gegründet, dieses Fundament hat er seiner Kunst gegeben. Und so erinnert die zuweilen ein wenig an die "Heal the World"-Phase seines ehemaligen Auftraggebers Michael Jackson: in der Ausführung manchmal nahe am Kitsch, in der Sache aber richtig und wichtig.