Die Europaabgeordnete Kristina Winberg von den rechtspopulistischen Schwedendemokraten hat einst in Mosambik für die Entwicklungsagentur Sida gearbeitet. Das hatte sie im Wahlkampf behauptet. Auf Nachfragen gab sie dann an, nicht sie, sondern ihr Cousin sei für Sida tätig gewesen, sie habe ihn bei einem Besuch aber freiwillig unterstützt, woraufhin die Frau des Cousins sich meldete: Ihr Mann habe zwar schon viel gemacht, aber noch nie etwas für Sida. Seitdem bin ich verwirrt.

Bin ich wirklich der Sohn eines Konditormeisters aus Saarbrücken, oder habe ich nur einen Schwippschwager, der im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit im Saarland einmal freiwillig einen Kosakenzipfel besucht hat? Hat Angela Merkel tatsächlich eine Russisch-Olympiade gewonnen, oder kennt ihr Cousin nur jemanden, der bei den Olympischen Spielen in Moskau 1980 einen schwedischen Demokraten unterstützte? Ist die Alternative für Deutschland rechtspopulistisch oder doch eher Mosambik?

Eine Gewissheit bleibt. Wenn Kanzlerkandidat Sigmar Gabriel im Wahlkampf 2017 behauptet, er arbeite für einen Sieg, werden sich gleich mehrere SPD-Frauen freiwillig melden und angeben: Der Sigmar habe zwar schon viel gemacht, aber noch nie eine Wahl gewonnen.