Statt Zutaten komplette Rezepte kaufen – Kochen kostet Zeit, schon lange bevor man in der Küche steht. Doch es geht auch anders: Gericht aussuchen, Einkaufszettel schreiben, Zutaten im Supermarkt suchen – diese Schritte nimmt Kochhaus seinen Kunden ab. Die Filialen sind wie begehbare Kochbücher eingerichtet. Rund um wechselnde Rezeptvorschläge sind alle nötigen Lebensmittel angeordnet. In Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Münster und Regensburg gibt es Kochhäuser.

Wer anderswo wohnt, kann online Sets fürs Selbstkochen bestellen, die dann gekühlt geliefert werden. Mehrere junge Firmen werben mit dieser Idee: HelloFresh, Kochzauber und Schlemmertüte bieten deutschlandweit "Kochbox"-Abos, KommtEssen liefert deutschlandweit.

Alle Anbieter betonen, dass sie leichte Rezepte zusammenstellen, die sich schnell kochen lassen. Doch das hat seinen Preis. Um Interessenten nicht zu verschrecken, rechnen die Anbieter vor, was ein Gericht pro Portion kostet: "Ab unter 4 Euro pro Portion" (KommtEssen), "Ab 4,45 Euro pro Gericht" (HelloFresh).

www.kochhaus.de / www.hellofresh.de / www.kochzauber.de / www.kommtessen.de / www.schlemmertuete.de

Gesundes ins Büro – An Werktagen fällt es besonders schwer, sich ausgewogen zu ernähren. Der Zeitdruck ist groß oder die Auswahl eingeschränkt. Das beklagen viele Erwerbstätige in Umfragen. Obstkisten für den Arbeitsplatz schaffen eine Alternative zu ungesunden Snacks. Viele lokale Biokisten-Anbieter bringen mittlerweile Früchte ins Büro. Bundesweit liefern Bringmirbio (für 5 bis 20 Personen) und Fruitful Office (individuelle Angebote nach Firmengröße).

www.bringmirbio.de / www.fruitfuloffice.de

Bringdienst statt Supermarkt – Die Wocheneinkäufe im Internet bestellen? Die Anzeichen verdichten sich, dass der Onlinehändler Amazon im Lauf dieses Jahres seinen Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh nach Deutschland bringt. Schon seit einiger Zeit experimentieren hier konkurrierende Anbieter mit solchen Angeboten: einerseits Supermärkte wie Rewe, Kaiser’s Tengelmann (Bringmeister) und Edeka. Andererseits reine Onlineanbieter wie Mytime.de, Lebensmittel.de und Food.de. Selbst die Deutsche Post betreibt mit Allyouneed einen eigenen Internetsupermarkt. Bei allen füllt man am Computer einen virtuellen Einkaufswagen. Doch die Unterschiede sind groß, was Sortiment, Abwicklung und Liefergebiete angeht. Alle Anbieter berechnen den Zustellservice extra, rund fünf Euro pro Lieferung bei den günstigsten. Die einen versenden ihre Waren deutschlandweit, dafür aber zum Teil recht langsam. Bei drei Internetsupermärkten liefern eigene Fahrer den Einkauf aus. Daher lassen sich die Liefertermine bis auf zwei Stunden genau festlegen. Allerdings sind diese Angebot bislang auf acht (Food.de), zwei (Bringmeister) beziehungsweise dreizehn (Rewe) Städte beschränkt. – Noch ist das Feld unübersichtlich: Die Anbieter sammeln Erfahrungen, die Kunden müssen in Experimentierlaune sein.

www.rewe-online.de / www.edeka24.de /www.bringmeister.de / www.mytime.de / www.lebensmittel.de / www.food.de / www.allyouneed.com

Digitale Kochbücher – Zuerst nahmen Rezepte-Websites den Platz des guten alten Schulkochbuchs ein, inzwischen nutzen viele Feierabendköche lieber ihr Smartphone oder Tablet mit speziellen Apps. Eine Reihe von Verlagen verkauft über die App-Stores von Apple und Google mittlerweile angepasste Versionen ihrer Kochbücher. Bei guten Apps gehört inzwischen zum Standard, dass die Zutaten nach Anzahl der Portionen umgerechnet und individuelle Einkaufszettel generiert werden. Das ist praktisch. Vor einem Kauf lohnt es sich allerdings, eine der kostenlosen Alternativen auszuprobieren, beispielsweise die neue Chefkoch-App mit Zugriff auf fast 250.000 Rezepte (eingestellt und bewertet von Hobbyköchen). Auf den Kopf gestellt wird die Idee vom digitalen Kochbuch durch eine App des Bundeslandwirtschaftsministeriums: Zeig mir deine Reste, und ich suche dir ein passendes Gericht! Die "kreativen Kochideen für Übriggebliebenes" stammen zum Teil von Sterneköchen, derzeit sind es rund 370 Rezepte.

www.zugutfuerdietonne.de/app / www.chefkoch-app.de

Besser konsumieren – Wenn nur nicht alles so unübersichtlich wäre! Zwei Smartphone-Apps sollen denen helfen, die gerne bewusst einkaufen würden, bei all den Labels und Gütesiegeln auf Lebensmitteln aber den Überblick verlieren. Die erste stammt vom Naturschutzbund (Nabu). Das zweite Programm kommt von den Verbraucherschützern hinter www.label-online.de. Die Apps erkennen Gütesiegel per Kamerafunktion und erklären, wofür sie stehen. Man kann sogar sein persönliches Essverhalten protokollieren – mit der App "Bewusst einkaufen", die per Barcodescan Einkäufe erfasst und urteilt: Steckt zu viel Zucker, Salz und Fett in den Zutaten? Eine Farbampel gibt die Antwort. Wem die App wegen ihres Urhebers, der Krankenkasse AOK, suspekt ist, der kann die "Was ich esse"-App ausprobieren. Sie stammt vom gemeinnützigen Verein aid infodienst und stellt das Essverhalten einer Woche in einer Ernährungspyramide dar: Wer sich selbst in der App Ziele setzt, kann deren Erreichen spielerisch überprüfen.

http://label-online.de/label-app / http://tinyurl.com/l66dbh8

(Alle Apps gratis für Android und iOS)