Abgedrehte Orte

Zeitreisen sind nur etwas für Fortgeschrittene – das weiß jeder, der schon einmal den Film 12 Monkeys oder die Serie Star Trek gesehen hat. Unterwegs darf man nichts anfassen, sollte sich möglichst mit niemandem unterhalten oder sein Portemonnaie liegen lassen – sonst verhindert man, wenn es dumm läuft, am Ende die eigene Geburt. Weniger folgenschwer als eine Zeitreise ist ein Blick in die Vergangenheit. Die App Scenepast sieht aus wie eine Zeitmaschine für das Handy und stellt die Schauplätze bekannter Filme aktuellen Aufnahmen des gleichen Ortes gegenüber. Über 600 Drehorte finden sich schon mit historischen und aktuellen Fotos in der Datenbank. Bisher beschränken sich diese auf New York, Los Angeles, San Francisco, Chicago und Miami. Die Liste soll aber kontinuierlich erweitert werden. Datenroaming oder eine lokale SIM-Karte vorausgesetzt, kann man durch die Städte schlendern und sich über die Suchfunktion "Nearest" ("Nächste") in vergangene Filme und Zeiten versetzen lassen. Auch die Suche nach exaktem Jahr oder Ort ist möglich: 1975 zum Beispiel führt in das New York von Taxi Driver und Die drei Tage des Condor . Über "Watch Now" streamt Scenepast die Filme auch kostenpflichtig auf das iPhone, sofern der gesuchte Titel im iTunes-Store erhältlich ist. Filmfans werden an der App so auch zu Hause Spaß haben, wenn sie ihre zukünftigen Reisen damit planen. 

Scenepast für iOS (iPhone, in englischer Sprache), 1,79 €

Wie man Touristen aus dem Weg geht

Vier Sterne für den Reichstag, viereinhalb für die Siegessäule: Mit den von ihren mittlerweile mehr als 53 Millionen Nutzern verfassten Bewertungen hilft die Plattform Yelp Reisenden seit zehn Jahren dabei, in fremden Städten Orientierung zu gewinnen. Um sich von ähnlichen Diensten wie Tripadvisor oder Foursquare abzuheben, experimentiert Yelp seit Neuestem mit Services wie der Emoji-Suche. Wer zum Beispiel in Berlin Martinis trinken will, aber nicht mehr nüchtern genug ist, um den Begriff ins Suchfeld zu tippen, platziert dort stattdessen das Martiniglas. In vielen Fällen funktioniert das erstaunlich gut. So führt der rote Absatzschuh in Berlin zu Schuhläden, der Bikini zu Karstadt Sport und einem Waxing-Salon, aber auch zum neu eröffneten Shopping-Center im Bikini-Haus. Auch das Kamel erfüllt seine Funktion – jedenfalls wenn man den Camel Active Store sucht und nicht den Zoo. Bisher nur auf yelp.com gibt es die sogenannten Wordmaps, 14 interaktive Stadtpläne, die anzeigen, welche Worte in welchen Ecken einer Stadt besonders oft in den Bewertungen auftauchen. Will man "Touristen", "Yuppies" oder "Hipstern" aus dem Weg gehen, empfiehlt sich ein Blick auf die Wordmap. Man kann aber auch nach lokalen Besonderheiten suchen: Während sich in Portland ganze Stadtviertel durch ihre "Kekse" auszeichnen, jagt man in Philadelphia am besten nach "Hoagies", wie Sandwiches dort genannt werden.

Gelbe Karte

Der ADAC hat in den vergangenen Monaten viel an Vertrauen eingebüßt. Sein Campingführer bleibt jedoch ein Standardwerk. Mehr als 5.400 Campingplätze und fast 4.500 Stellplätze in ganz Europa sind darin aufgeführt – mit (hoffentlich verlässlicher) Bewertung  der ADAC-Inspekteure vor Ort. Die App nimmt 110 MB Speicherplatz ein, dafür ist sie leichter als das Buch. 2014 neu dazugekommen ist der Platz für eigene Notizen und die Synchronisation zwischen Smartphone und Tablet mittels Cloud. Zusätzlich dient die App als Rabattmarke: Sie enthält die ADAC CampCard 2014, mit der man auf 2.000 Campingplätzen vergünstigt buchen kann.

ADAC Camping- und Stellplatzführer 2014 für iOS und Android (Smartphone und Tablet), 8,99 €