Wer wissen will, warum Angela Merkel Jean-Claude Juncker – trotz aller offiziellen Bekundungen – nicht zwingend im Amt des EU-Kommissionspräsidenten sehen will, muss ihr nur zuhören. Zuhören, wenn sie Jean-Claude sagt, was ihr, um so viel mal vorwegzunehmen, nicht wirklich gelingt.

Französisch, wer wüsste das nicht, ist eine Weltsprache, die der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten, der EU sowie den UN als Amts- und/oder Arbeitssprache dient. Rund 220 Millionen Menschen auf allen Kontinenten sprechen Französisch – nur die DDR-geborenen Ostdeutschen nicht. Zumindest nicht das, was das Französische ausmacht: die Nasallaute. Juncker muss also leiden, weil er bei Angela Merkel nicht Jean-Claude, sondern Schang-Claude heißt. Giscard d’Estänk kann froh sein, dass er mit 88 Jahren schlicht zu alt für den Job ist, er bekäme ihn nie.

Wir wissen nicht, was das Nasallaut-Defizit-Syndrom der DDR-geborenen Ostdeutschen verursacht: ein genetischer Defekt oder die Risiken und Nebenwirkungen des frühkindlichen Marxismus-Leninismus-Unterrichts. Dafür wissen wir aber ganz genau, wen Angela Merkel in ihren Reden nie zitiert: den Schang Monet. Und den Schack de Ohr mag sie auch nicht besonders.