Geschirrspüler sind ein Menschenrecht! Man mag das als westlich-dekadente Forderung abtun, erhoben von Leuten, die sonst keine Probleme haben. Aber so einfach ist die Sache nicht. Geschirrpflege ist komplex. Zwar helfen Spülmaschinen, die tägliche Hausarbeit einigermaßen zivilisiert zu erledigen. Anderseits können sie zickig sein wie eine Prinzessin bei Hofe und in der Handhabung so anspruchsvoll wie ein kleines Atomkraftwerk.

Deutlich wird das bei den zum Betrieb nötigen Spültabs, die beispielsweise "Somat Multi 10" heißen. "Multi 10" ist der große Bruder von "Multi 7" und "Classic 1". Er verspricht Lösungen für komplexe Spezialprobleme wie Glasgefährdung, Gerüche, niedrige Temperaturen und dergleichen. Geschirrpflege ist eine Wissenschaft.

Ich bin damit überfordert. So verstehe ich nicht, warum "Multi 10"-Tabs nicht nur einen "Reiniger" enthalten, sondern darüber hinaus einen "Reinigungsverstärker". Das kann wohl nur bedeuten, dass der "Reiniger" nicht gut reinigt – sonst müsste er ja nicht verstärkt werden –, man könnte ihn also auch gleich weglassen. Natürlich müsste "Multi 10" dann in "Multi 9" umbenannt werden, was sicherlich als Rückschritt empfunden würde.

Ich verstehe auch nicht, warum die in "Multi 10" verwendete "Express-Kraft-Formel" vor drei Jahren noch "Sofort-Aktiv-Formel" hieß und worin der Unterschied besteht. Warum müssen "hartnäckige Verschmutzungen" anders bekämpft werden als "stärkste Verkrustungen" und "schädliche Ablagerungen"? Und warum zum Teufel erzählt mir Somat bei alledem, dass mein Geschirr trotz all der hyperkomplexen Spülprobleme bereits mit den Tabs der "Classic 1"-Sparvariante angeblich "strahlend sauber wird"? Habe ich etwa jemals mehr verlangt als das?