Gelegentlich spielen im indonesischen Restaurant Garuda in München zwei ältere Herren – einer davon bin ich – "Blitzschach" (5-Minuten-Partien). Natürlich mit altersgemäß groben Böcken, was aber meist der guten Laune keinen Abbruch tut. Beim "anderen" schon gar nicht. Wie schreibt doch Michael Dombrowsky in dem herrlichen Buch Berliner Schachlegenden: "Einige kenne ich, die stärker Schach spielen, aber ich kenne niemanden, der so herzhaft, so ansteckend und – er möge mir verzeihen – manchmal so laut lacht wie Hans-Joachim Hecht. Alle Welt nennt ihn nur Hajo. Hajo ist ein unglaublich beliebter Spieler. Ich kann mich nicht erinnern, ihn jemals mürrisch oder mufflig erlebt zu haben."

Wohl dem, dem solches "nachgesagt" wird und der, ganz uneitel, auch über sich selbst lachen kann. 1969 (bald danach war er Großmeister) bedeutete ihm Altmeister Sämisch: "So richtig gut spielen Sie ja nicht, aber richtig schlecht auch nicht!" Und Hajo: "Mit so wenigen Worten hat niemand meine Fähigkeiten im Schach so präzise beschrieben."

Auch mit jetzt schon 75 Jahren spielt Hajo, stets begleitet von seiner Frau Annemarie, immer noch überall Turniere: Kanada, Australien, Neuseeland et cetera. Je weiter weg, desto besser.

Doch die folgende wunderschöne und ziemlich schwierige Kombination glückte ihm 1995 bei einem Schnellschachturnier in Bamberg. Mit welchem Opferwirbel gewann Hajo als Weißer?

Lösung aus Nr. 26:

Der weiße König war am Scheideweg, wohin sollte er sich beim Schachgebot der schwarzen Dame wenden? Nach dem richtigen 1.Kf2! Db2+ 2.Ke1 gab Schwarz auf: 2...Dc1+ 3.Td1. Hingegen hätte der scheinbar sicherere Unterschlupf 1.Kh2?? wegen 1...Sf3+! sogar verloren: 2.Lxf3 Dg1 matt bzw. 2.Dxf3 Le5+ 3.Dg3 Lxg3 matt