Wer eigentlich ist Bernhard Heisig? Von vielen westdeutschen Museen wird er bis heute ignoriert, obwohl seine Bilder so zornig sind, so drängend und mitreißend. Heisig (1925 bis 2011) ist der deutsche Schlachtenmaler des 20. Jahrhunderts, mit 16 zieht er für Hitler in den Krieg, mit 36 wird er vom DDR-Obersten Ulbricht abgestraft, mit 46 bekommt er den Nationalpreis von Honecker – ein abgründigeres Künstlerleben lässt sich kaum denken. Warum er dennoch selten gezeigt wird? Vermutlich weil seine erzählenden, oft historisch fragenden Bilder nicht recht hineinpassen in die übliche Fortschrittsgeschichte der Kunst. Umso großartiger jetzt dieser Band: Hier lassen sich Heisigs Eigenarten bestaunen, dank guter Reproduktionen und umsichtiger Essays. Ein Buch zum Neusehen, Tiefschauen, Wiederentdecken, ein Dokument wahrer Kunstbegeisterung.