Bilderbuch "Baby Dronte" von Peter Schössow

Baby Dronte ist ein schönes Buch. Dass es am Hafen in Hamburg spielt, finde ich toll. Das habe ich wiedererkannt, weil da so viele Schiffe stehen, und dann ziehen die immer die Schiffe rein und raus und rein und raus. Die Geschichte ist so: Die Männer und der Smutje und der Käpt’n fahren auf dem Schiff. Sie stranden bei einem Gewitter an der Elbe, dort liegt auf dem Sand ein Ei, das so grün ist und braune Flecken hat, das sieht lustig aus. Daraus schlüpft ein Drontenbaby, und das piepst immer "Mama, Mama" und guckt den Käpt’n an. Vorher wusste ich gar nicht, dass Dronten Vögel sind! Manchmal hat Mama gelacht, wenn ich gar nicht gelacht habe. Vorher kannte ich auch gar nicht "Wat mutt, dat mutt". Aber ich mag die Bilder gern, wo der Käpt’n so komisch guckt: Der guckt traurig, aber das sieht lustig aus! Und mein Lieblingsbild ist auf Mauritius, weil die Seemänner denken, dass die Dronten ausgestorben sind, aber dann sehen sie, dass es doch noch welche gibt. Das finde ich schön. Am liebsten mag ich, dass Baby Dronte seine richtige Mama wiederfindet und dass die Mama vor Freude weint. Und dann fährt die Krautsand wieder zurück nach Hamburg. Zum Hamburger Hafen. Ich hätte gern noch mehr Bücher, die in Hamburg spielen! Matilda, 6 Jahre

Kinderbuch "Die UnderDocks" von Andreas Schlüter

Leon lebt im Jahr 2050 in der Hamburger HafenCity und wird jeden Tag von den Sharks geärgert, wenn er zur Schule geht. Die Sharks (Haie) sind eine kriminelle Bande Jugendlicher, die sogar vor lebensgefährlichen Geschäften nicht zurückschreckt. Irgendwann wird es Leon zu viel. Er gründet zusammen mit Pep und Linda die UnderDocks. Wird Leon dank seiner Fähigkeit, durch Wände gehen zu können, die Sharks überlisten?

Mir hat das Buch gut gefallen, da man der spannenden Geschichte einfach folgen konnte. Das lag an der großen Schrift und an der jugendlichen Sprache, der man anmerkt, dass der Autor Andreas Schlüter früher selbst mit Jugendlichen gearbeitet hat. Interessant ist es, wie Leon das technisierte Leben in der Zukunft beschreibt und zum Beispiel von Gleitgel-Schuhen oder seinem Hausroboter Paul berichtet. Manches klingt etwas unrealistisch, etwa die Erklärung, warum Leon durch Wände gehen kann. Zugleich erfährt man einiges über Hamburgs Neubauviertel (zum Beispiel dass die Wohnungen hier mit einbruchsicheren Spezialtüren ausgestattet sind). Dazu passen auch gut die Schwarz-Weiß-Zeichnungen in dem Buch. Moritz, 14 Jahre

Jugendbuch "Der Prinz und der Bottelknabe" von Kerstin Boie

Das Buch Der Prinz und der Bottelknabe oder Erzähl mir vom Dow Jones von Kirsten Boie ist sehr lebendig geschrieben. Viele Handlungsorte habe ich als Hamburgerin durch die detailgenauen Schilderungen wiedererkannt. Besonders gut gefällt mir, dass die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Die Idee, dass zwei identisch aussehende Kinder sich zufällig treffen, die Rollen tauschen und für einen bestimmten Zeitraum in einer anderen Familie leben, ist allerdings nicht neu. Kirsten Boies Geschichte erinnert mich sehr an eine moderne Fassung von Erich Kästners Doppeltem Lottchen. Gleichzeitig hat die Autorin es geschafft, mich zum Nachdenken anzuregen, indem sie in dem Buch die Frage stellt, warum manche Kinder in arme und manche in reiche Familien hineingeboren werden. Außerdem macht sie deutlich, wie schwierig es ist, aus seiner gewohnten Umgebung auszubrechen. Meiner Meinung nach ist der Autorin eine humorvolle Geschichte gelungen, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringt und so fesselnd geschrieben ist, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Anna-Mia, 15 Jahre