Die Ausländer-Maut, die nicht mehr Ausländer-Maut heißt, weil eine Ausländer-Maut ja gegen EU-Recht verstößt, kommt so wohldosiert ressentimentgeladen daher, dass Bayern und Deutsche sich nicht gleich mies fühlen müssen, nur weil sie da endlich mal ungehemmt gegen Ausländer sein dürfen. Zwar haben sogar die ersten CSUler erkannt, dass man Ausländer nur dann abzocken kann, wenn sie auch kommen, weshalb sie nun um Mautfreiheit für die grenznahe Region winseln. Doch braucht das ganze Konzept passgenaue Lösungen.

Holländer etwa sollten den doppelten Vignettenpreis zahlen. Mit ihren Wohnwagen fräsen sie besonders tiefe Spurrillen in deutsche Straßen und schlabbern zudem so viele mitgebrachte Dosenravioli weg, dass deutsche Gaststätten nichts von ihnen haben. Franzosen bezahlen dafür nur die Hälfte, weil Frankreich derzeit ja nur die Hälfte wert ist. Dicke Polen bekommen die Vignette als Verzehrbon ausgehändigt, sportliche Dänen als Bonuskarte für den grenznahen Fitnessclub. Nur Griechen haben mit der Vignette kein Problem. Ihr Spritgeld reicht nicht bis Deutschland.

Die Ausländer-Abzocke kommt auf jeden Fall. Denn vor einem graut Horst Seehofer noch mehr als vor dem eigenen Unsinn: vor der Schlagzeile "CSU komplett entbayert".