Jonathan Swift schrieb in einer seiner Erzählungen: "Ich beabsichtigte, eine kleine unbewohnte Insel zu entdecken, welche jedoch genügen würde, bei einiger Arbeit mich mit den notwendigen Bedürfnissen des Lebens zu versehen; dies hätte ich für ein größer Glück gehalten, als wäre ich Premierminister am ersten europäischen Hofe geworden."

Die einsame Insel, der Aussteigertraum schlechthin. Aber was nimmt man dorthin mit? Interessant ist dieses Problem, wenn nach dem Allernotwendigsten gefragt wird, weil uns die Antwort etwas über die alltägliche Lebensweise sagt.

Einsam bleibt eine Insel natürlich nur, wenn kein anderer Mensch dort lebt. Unzulässig sollte daher die wenig überraschende Antwort sein, die unlängst eine Mehrheit der befragten Mitglieder eines Partnerschaftsportals gab: einen Partner.

Was aber stattdessen?

Die Encyclopædia Britannica, hatte Aldous Huxley einmal geantwortet. Das fand er witzig. Das vielbändige Nachschlagewerk ließe sich heute indes in elektronischer Form mitnehmen, dazu der ganze Balzac, von mir aus alles von Goethe oder Marx, sodass die Frage nach dem Raum eine der Zeit wird: Wie lange dürfte ich auf der Insel bleiben? Ein Lesegerät muss mit, solar betrieben. Nicht netzfähig, bitte sehr, denn eine einsame Insel mit Internet, das wäre ein Widerspruch in sich.

Das ist ja gerade das Anziehende dieses Traumorts: Er liegt fernab vom Weltenlärm. Keine Sprechchöre, keine Merkelprosa und schon gar nicht diese Überleitungen von einem Thema zum nächsten, mit denen uns die Fernsehnachrichten verrückt machen: "Die Aussichten in Nahost sind bitter. Bitter schmeckt auch die Schokolade, aus der ein Rentner im Allgäu eine Nachbildung des Planeten Jupiter angefertigt hat."

Weder Fernsehjingles noch Restaurantmusik, nichts von alledem dringt ans geplagte Ohr. Um sicherzugehen, nehmen wir uns vor, alle Töne selbst zu erzeugen. Schreibzeug basteln wir uns auch gleich. Pfadfinderkrimskrams wie Streichhölzer, Schnur und Messer lassen sich auf einsamen Inseln bekanntlich aus Naturstoffen herstellen, dito Klebeband und Kabelbinder, und zu schrauben gibt’s auch nichts.

Ein Problem ist noch die Sache mit dem Champagner. Aber dann brauchten wir einen Kühlschrank. Und Nachschub.

Die beste Antwort auf die Inselfrage gab freilich Jean Yanne, der französische Komiker: "Ein Boot."