1. Abtauchen: Ins Schieferbergwerk im Glarnerland

Er ist das einzige noch erhaltene Schieferbergwerk der Schweiz: der Landesplattenberg in Engi im Kanton Glarus. Er erinnert an Zeiten, als das Sernftal im Kanton Glarus mit dem "schwarzen Gold" zu einigem Wohlstand kam. Und daran, dass die Arbeiter unter erbärmlichen Bedingungen an sechs Tagen die Woche die schwarzen Steinplatten aus dem Berg holten und dabei nicht selten ihre Gesundheit ruinierten.

Heute verschlägt es Dir den Atem, wenn Du den steilen Weg zum Stolleneingang hochgehst und schließlich im ausgehöhlten Berg stehst. Diese gigantischen Hallen, Kavernen und Gänge: Wie viele Dächer in ganz Europa wurden mit dem Stein aus diesem Berg gedeckt? Wie viele Öfen gekachelt? Wie viele Tische gebaut? Und – wie viele Kinder haben an Wandtafeln aus Engi schreiben gelernt?

Öffentliche Führungen dauern 2,5 Stunden, keine Anmeldung nötig. Feste Schuhe, warme Kleidung. Beginn jeweils um 14 Uhr. Treffpunkt beim Pavillon, ausgangs Engi links in Richtung Elm an der Hauptstraße. 25 Fr. für Erwachsene, 20 Fr. für Kinder. Daten bis Ende September: Donnerstag, 31. Juli; Donnerstag, 7. August; Freitag, 15. August; Sonntag, 31. August; Sonntag, 14. September; Sonntag, 28. September. www.plattenberg.ch

2. Wandern: Zum Mittelpunkt der Schweiz

Stell Dir vor, du würdest die Schweiz auf eine Nadelspitze legen. Gerade so, dass sie im Gleichgewicht wäre und weder zum Genfersee hinunter noch ins Tessin kippen würde. Wo müsstest Du die Schweiz aufspießen? Auf der Älggialp im Melchtal, im Kanton Obwalden auf 1650 Metern über Meer. Hier liegt geografisch gesehen die Mitte der Schweiz.

Probier mal, sie zu Fuß zu erreichen: Los geht’s auf der Melchsee-Frutt. Das erste Ziel, das Blauseeli, erreichst Du nach einer knappen Stunde. Seinem rechten Ufer entlang geht es weiter. Bald steigt der Weg an, hinauf zum Spätbüel und weiter in Richtung Tschugglen hinauf zum Abgschütz, dem höchsten Punkt der Tour. Hier genießt Du die Aussicht auf die Bergseen und Gipfel. Nun geht’s runter. Bist Du trittsicher? An einigen Stellen ist der Weg mit Seilen und Ketten gesichert, sodass Du auch die steilsten Partien gut meisterst. Nach drei Stunden: Geschafft!

Dauer: 3 Stunden, Höhendifferenz: 990 Meter, höchster Punkt: 2263 M. ü. M. www.aelggialp.ch

3. Kochen: Einen deftigen Strudel aus dem Wallis

Warum dieser deftige Strudel Cholera heißt, also so wie eine brandgefährliche Krankheit? Das weiß keiner genau. Manche sagen, dass vor Jahrhunderten im Goms die Cholera wütete und das Walliser Tal darum unter Quarantäne stand. In der Not erfanden die Leute mit ihren Vorräten neue Gerichte. Zum Beispiel diesen Strudel. Dazu brauchst Du:

500 g Blätterteig, 400 g Lauch, 500 g geschwellte Kartoffeln, 2 säuerliche Äpfel, 500 g Alpkäse, 200 ml Weißwein, 1 Ei, ein bisschen Rahm, Pfeffer und Salz

So geht’s: Den Lauch in dünne Ringe schneiden und in Öl anbraten. Mit dem Wein ablöschen, einkochen. Kartoffeln und Äpfel in dünne Scheiben schneiden. Die Hälfte des Teigs in ein rundes Kuchenblech (30 cm Durchmesser) legen, mit einer Gabel einstechen. Schichtweise belegen mit Kartoffeln, Lauch, Käse und Äpfeln. Würzen. Den Rest des Teigs in der Mitte mit einem Glas ausstechen, am Rand mit Eiweiß befeuchten und den Strudel zudecken. Mit Eigelb bestreichen, ein wenig Rahm in die Öffnung gießen. 40 bis 50 Minuten bei 180 Grad backen.

4. Entdecken: Eine Ausstellung über Japan in St. Gallen

Nicht nur Kinder haben Freunde. Auch Länder sind mit anderen verbunden. Das nennt man diplomatische Beziehungen. Seit genau 150 Jahren pflegt die Schweiz mit Japan diese besondere Freundschaft. Die beiden Staaten unterstützen sich, erleichtern ihren Unternehmen den Handel, und ihre wichtigsten Politiker besuchen sich gegenseitig.

Seit dem 19. Jahrhundert sammelt das Historische und Völkerkundemuseum in St. Gallen Kunstobjekte aus Japan: Rüstungen und Schwerter, Masken, Malereien, Keramik und Schablonen, mit denen man die Stoffe für Kimonos – die traditionellen japanischen Kleidungsstücke – gefärbt hat. Erstmals seit 50 Jahren kannst Du diese Schätze nun anschauen und in Workshops die japanische Kultur selber entdecken.

Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen: Di–So 10–17 Uhr Mittwoch, 27. August, 14 Uhr: Männer spielen Frauen. Das japanische No-Theater (ab 6 Jahren) Samstag, 20. September, 14 Uhr: Keiner zu klein, ein Samurai zu sein – Wir basteln Schwert und Helm (ab 4 Jahren) Mittwoch, 24. September, 14 Uhr: Tiermärchen aus Japan (ab 4 Jahren) www.hvmsg.ch

5. Reinspringen: Auf besonderen Badeinseln im Urnersee

Die Neat wird einmal der längste Eisenbahntunnel der Welt sein, 2016 wird sie eröffnet. 57 Kilometer lang ist das Loch durch den Gotthard. Gigantische Tunnelbohrmaschinen haben dafür Abermillionen Tonnen Gestein aus dem Berg geholt. Doch was geschah mit all dem Geröll?

Etwas Unglaubliches: Man hat damit im Urnersee kleine Inseln gebaut. Schiffe transportierten den Tunnelausbruch zum Reussdelta, und dann wurden vor der Ortschaft Flüelen nach jeder Fahrt 340 Tonnen Material in den See geschüttet. So lange, bis die jüngsten Inseln der Schweiz geboren waren. Auf den drei Lorelei-Inseln darfst Du baden, die Neptun-Inseln gehören der Natur. Hier und in den geschützten Zonen am Ufer entlang kannst Du wunderbar Vögel beobachten, und mit Glück entdeckst Du auch ganz seltene Arten wie den Flussuferläufer.

Beim Bahnhof Flüelen auf der Seeseite entlang nach Süden bis zum Schützenhaus. Rechts abbiegen und weiter bis zu den Parkplätzen. www.reussdelta.ch