In einem großen Kino in Frankfurt läuft seit ein paar Tagen der vierte Teil von Transformers, und zwar um 14 Uhr, 15 Uhr, jede Stunde, bis 23 Uhr durch. Wer aus welchen Gründen auch immer auf die Dialoge Wert legt, kann sich die englische Originalfassung anschauen. Selbst die läuft drei Mal täglich. In Deutschland haben sich in den Tagen seit dem Start bereits 700.000 Menschen diesen Film angesehen.

Verstehen muss ich das nicht. Transformers ist eine Saga, die auf Figuren des Spielzeugherstellers Hasbro basiert und in der gute Roboter gegen böse Roboter kämpfen. Den ersten Teil fand ich noch ganz vergnüglich, als ich ihn im Fernsehen sah, doch schon der zweite war extrem laut und sinnfrei. Das muss sich gesteigert haben, denn Teil vier ist, so schreibt es zumindest die Süddeutsche Zeitung, "ein Film, als würde einem jemand drei Stunden am Stück ins Gesicht schreien, während man im Kreis geschubst wird". Danach ist zu lesen, wie der Film auf den chinesischen Markt zugeschnitten wurde, mit chinesischen Darstellern und Schauplätzen wie Hongkong. Und da wird es interessant. Gerade für die Finanzwelt.

In einer Studie zeigt die US-Bank Morgan Stanley, dass Transformers 4 in der ersten Woche in China 96 Millionen Dollar einspielte – und damit 31 Prozent aller Filmeinnahmen weltweit in diesem Zeitraum. Bei den ersten Teilen der Saga lag der Anteil deutlich niedriger. Der chinesische Anstrich des Films dürfte ein Grund sein, die Verbreitung ein anderer: Laut Morgan Stanley lief der Film in China in mehr als 20.000 Kinos an. Fast beeindruckender ist das Wachstum des Gesamtmarktes: So nahmen Kinos in China 2004 nur 156 Millionen Dollar ein – im vergangenen Jahr durchbrachen sie die Marke von drei Milliarden Dollar. Für Morgan Stanley ist dies ein Indiz für eine wachsende, die Wirtschaft stabilisierende Rolle des Konsums in China. Und für mich ein Indiz, dass künftig wohl mehr Filme auf diesen Markt hin zugeschnitten werden dürften. Ni hao!