Wer kennt noch die Herren Rückert und Weiß? Alle, die Hegel lesen! Rückert und Weiß, Oder die Philosophie zu der es keines Denkens und Wissens bedarf ist das unsterbliche Stück des großen Philosophen betitelt.

Hegel mokiert sich darin aufs Köstlichste über jene Geister, die "ohne alle Philosophie gleichwohl eine Philosophie haben" wollten. Geraume Zeit gäben sie sich "nur in einzelnen unentschiedenen und verhüllten Wirkungen zu erkennen; endlich kommt es bei einem oder wenigen zum Durchbruch; von dem Moment an ist ihnen alle Furcht genommen, sie verkünden in Göttersprüchen die Weisheit der Zeit".

Heute verkündet solch ein enthemmter Geist, dass die gesamte Moderne ein Humbug sei. Es lebe der König, das Privileg, der Herrenreiter!, donnert Peter Sloterdijk in seiner neuesten Schwarte – und die nächste ist bestimmt schon im Begriff zu entstehen. Wann kommt endlich ein Hegel von heute und beehrt diesen unermüdlichen Schreiber mit ein paar Zeilen, um ihm die Unsterblichkeit zu verleihen, die er sich so redlich verdient hat?