Sperrig und tiefgründig ist das Waldviertel, der nordwestliche Teil Niederösterreichs. Granitverblockte Waldschluchten, ein mitunter – wie der sogenannte Ahnengau Hitlers – unschönes geschichtliches Erbe.

Dazu Bewohner, die sich nicht gerade servicebeflissen andienen, und ein manchmal raues Klima. So eine Gegend ist keine Massendestination, eher schon ein Refugium für Quer- und Charakterköpfe. Deshalb erschließt der Autor Thomas Sautner, ein gebürtiger Waldviertler, seine Heimat auch nicht über die Summe ihrer Sehenswürdigkeiten, sondern lieber über die Menschen: das alte Ehepaar, das zum Holzstehlen in den Wald geht.

Die Verwandtschaft, die ausnahmslos, von der Heda-Oma bis zum Pepe-Onkel, in der Möbelfabrik arbeitet. Eine alternde Aussteigerin auf einem einsamen Hof. In die Kitschfalle tappt Thomas Sautner bei seinen Porträts ganz sicher nicht. Not und Tod sind sehr oft präsent. Aber auch viel Heimatliebe und Sympathie für die Eigenbrötler aus dem Granitland: "Dickschedlad und herzwach sans bei uns herom de Leid."