Nichts perlt so fein wie der 25 000 Dollar teure Schampus, den eine tänzelnde Meerjungfrau in der Ultralounge, der Partyzone des Restaurants Sienna, an den Tisch trägt. Ja, in den Hamptons wird wieder gefeiert! Sobald das Thermometer in New York die 30 Grad Celsius – genauer: die 86 Grad Fahrenheit – überschritten hat, flieht die Prominenz der Wall Street aus der Stadt, und zwar am liebsten an diesen goldenen Streifen Küste im Osten. Schon beschweren sich die Reichen, weil die Superreichen nun regelmäßig an Freitagen mit Helikoptern über ihre Swimmingpools fliegen, um ja bloß rechtzeitig zu Sonnenuntergang und gegrilltem Oktopus da zu sein. Das Fußvolk muss sich derweil mit einer Flasche Grey-Goose-Wodka für 500 Dollar und einem Auto begnügen.

Umso bitterer, ausgerechnet auf der heißesten Party des Sommers nicht erwünscht zu sein. Seit 1978 lädt die US-Notenbank Fed bedeutsame Zentralbanker und andere wichtige Männer und Frauen des Geldes Ende August nach Jackson Hole ein, einem Resort in den Rocky Mountains. Dort, in würziger Bergluft, lässt sich angenehm leicht über Blasen an den Finanzmärkten und hohes Wachstum – oder dessen Ausbleiben – parlieren. Mit von der Landpartie sind normalerweise auch Experten der Großbanken. Doch dieses Jahr sind Wall-Street-Größen wie der Chefvolkswirt Jan Hatzius von Goldman Sachs und Starökonom Vincent Reinhart von Morgan Stanley nicht eingeladen.

Schuld ist Janet Yellen, die Chefin der Fed. Sie betont ständig, wie betroffen sie Arbeitslosigkeit macht. Die Fed, so ihre Botschaft, ist der Freund des kleinen Mannes. Und so fürchtet sie offenbar, dass traute Cocktailpartys mit Vertretern jener Banken, die gerade von ihrer lockeren Geldpolitik profitieren, das Bild stören könnten. Dass statt der Banker aber Langzeitarbeitslose in das bergige Idyll gebeten wurden, ist dann doch nicht einmal ein Gerücht. Leider.