Als Kanzler oder Kanzlerin, das ist genetisch so angelegt, will man immer als Klose enden – und schafft es dann doch nur zum Xavi. Seinen Abgang so lange hinauszuzögern, bis man nach dem größtmöglichen Triumph so souverän die Bühne verlässt wie Deutschlands Rekordtorschütze, hat noch kein Regierungschef geschafft. Von Adenauer bis Schröder schlich bisher jeder Kanzler am Ende so geschlagen vom Feld wie der große kleine Spanier nach dem Vorrunden-Aus in Brasilien: als Mann, der den richtigen Zeitpunkt verpasst hat. Doch jetzt regiert ja eine Frau.

Für Angela Merkel ist das Vorbild Klose zwar noch erreichbar, doch zwei andere Optionen stehen auch offen. Zum einen das Modell Putin/Erdoğan, also der Umzug vom Regierungssitz auf den Präsidententhron. Dass sich Merkel hierfür putinhaft in halbnackte Posen wirft oder erdoğangleich Joachim Sauer verschleiert, ist von einer Brandenburgerin aber eher nicht zu erwarten. Wahrscheinlicher ist da schon die zweite Option, der Abgang à la Stefan Mross. Currywurst ist SPD – das wissen wir seit dem letzten NRW-Wahlkampf. Nach dem Verzehr einer zu scharfen Currywurst zu verschwinden würde Merkels Kanzlerschaft also wunderbar abrunden: Merkel hat fertig, wenn von der SPD nichts mehr übrig ist.