Eine daumengroße Astronomin, eine Chemikerin und eine Saurier-Forscherin: Anfang August tauchten sie im Lego-Bausatz "Forschungsinstitut" auf. Binnen 24 Stunden war das Set ausverkauft, Nachschub gibt’s erst im September. Ein Verkaufshit. Aber auch ein Zeichen für Emanzipation?

Klar, weibliche Vorbilder aus den Naturwissenschaften können Mädchen gut gebrauchen. Den zweitgrößten Spielzeughersteller der Welt jetzt aber für "Gleichberechtigung im Kinderzimmer" (Bild und FAZ) zu loben ist Unsinn.

Was bitte ändern drei Forscherinnen an der großen Überzahl männlicher Lego-Figuren? Was bewirkt ein einziger Bausatz angesichts der komplett auf Mädchen ausgelegten Serie "Lego Friends"? Diese konstruiert mit Café, Jacht und Ponyhof in Rosa und Lila ein pastellfarbenes Klischeebild weiblicher Interessen – Legos Beitrag zur pinkfarbenen Pest in der Spielzeugwelt. Und ein wichtiger Umsatzbringer des Klötzchenkonzerns.

Das Forscherinnenset entstand als Fanprojekt, entworfen von einer Geochemikerin – die sich über Legos "stereotypische Darstellung" weiblicher Figuren ärgerte. Wetten, dass viele der Käufer den Bausatz gar nicht für Tochter oder Nichte erstanden haben, sondern für ihren Schreibtisch im Labor?