Ein Urlaub im Campingwagen zwingt zu manchem Kompromiss. Auf Autobahnen geht es nur mit Tempo 100 ans Ziel, gegessen wird von Plastiktellern, und für Schäferstündchen muss man sich, wenn Kinder oder Enkel mitreisen, an den Strand oder in den Wald verziehen. Der Berliner Tagesspiegel- Redakteur und Wohnwagenfan Andreas Austilat erzählt nun in seinem Buch Hotel kann jeder davon, warum er auch im Zeitalter der All-inclusive-Angebote nicht aufs Campen verzichtet.

Vom Wintercamping in der Lüneburger Heide gestählt, wagt er sich dazu samt Frau und Kindern in Gewalttouren über die Alpen bis an die Adria und später hinüber ins glutheiße Spanien. Vielfältige Herausforderungen gilt es zu bestehen, die in Austilats Schilderungen mindestens das Abenteuer-Niveau einer Himalaya-Durchquerung erreichen.

Dabei setzt sich der Autor mit viel Selbstironie als moderner Don Quijote in Szene, der tollpatschig gegen eingefrorene Wasserleitungen, die widerspenstige Bordheizung, das komplexe Vorzeltgestänge, Platzregen oder Ameisenstraßen kämpft. Die Erfolgserlebnisse, die andere als Schrauber und Bastler beim Heimwerken erleben, verlegt er auf den Campingplatz und kommt dabei noch vor die Tür. Warum eigentlich nicht?