Möbelhäuser sind Orte der Begegnung. Man besucht sie meist samstags und steht schon bei der Parkplatzzufahrt im Stau, weil alle anderen just in diesem Moment die gleiche Idee hatten.

Vielleicht haben Sie, liebe Leser, sich ja auch schon mal von einer dieser irren Möbelhaus-Rabattaktionen anlocken lassen (die auch Elektrogroßmärkte gern veranstalten). Da heißt es dann: "Mehrwertsteuer geschenkt!" Was bedeuten soll, dass, wer einen Designerstuhl für 100 Euro kauft, an der Kasse bloß 81 Euro bezahlt. Also 19 Euro weniger. Wegen des Mehrwertsteuersatzes.

Leser Helmut B. aus Dietzenbach hat nachgerechnet. Und schnell gemerkt, dass die geschenkte Mehrwertsteuer eigentlich nur 15,97 statt 19 Euro betragen müsste, weil die 19 Prozent nicht vom Bruttobetrag abgezogen, sondern auf den Nettobetrag aufgeschlagen werden. Ist kompliziert, aber auch egal. Wichtig ist nur: Steuern spart man nicht! Erstens darf kein Möbelhaus der Welt die Kohle des Finanzministers verschenken. Zweitens verdient der Möbelhändler selbst dann noch Geld, wenn er von den 81 Euro die Mehrwertsteuer abführt. Was er natürlich tun muss.

Die "Mehrwertsteuer geschenkt"-Masche ist nur ein Trick, der den Trieb zum Steuersparen anspricht. Denn kaum etwas machen die Deutschen lieber, als dem Staat ein Schnippchen zu schlagen. Das Möbelhaus ist die Schweiz des Normalverdieners.

Übrigens heißt die Mehrwertsteuer nicht so, weil sie Produkten mehr Wert verleiht – sie macht sie bloß teurer. Was Sie verstehen werden, sobald Sie Ihren gebrauchten Designerstuhl auf dem Flohmarkt weiterverkaufen. Für Rabattjäger gilt also: Rechnen Sie nach! Und rechnen Sie mit dem Schlimmsten! Was Sie in einem Möbelhaus ohnehin immer tun sollten.