Deutschland, das wissen nicht viele, hat gleich zwei Bundeswehren. Je nachdem, wann der einfache Zivilist am Berliner Verteidigungsministerium entlangflaniert, grüßt ihn mal die eine, mal die andere vom hauswandgroßen Werbeplakat. Die eine besteht aus drei ernst unter dem Stahlhelm hervorlugenden Typen in Flecktarn – die andere aus einer lächelnden Frau mit Schulterklappe. "Wir. Dienen. Deutschland." prahlt die Männerarmee. "Aktiv. Attraktiv. Anders." präsentiert sich die Eine-Frau-Truppe.

Durchgepunktet und genderspezifisch geht die Bundeswehr also auf Nachwuchsfang. Das ist attraktiv, und es dient Deutschland. So werden schulterklappenbewaffnete schöne Männer, die irgendwie anders sind, gar nicht erst angesprochen – die FDP braucht sie schließlich dringender. Auf eine andere Gruppe zu verzichten zeigt, wie aktiv die Truppe sich der gesellschaftlichen Wirklichkeit nähert: Wo findet Mann auch noch Frauen, die dienen wollen?

Der Gendergerechtigkeit wie dem Weltfrieden wäre aber besser gedient, würden sich Männer- und Frauen-Bundeswehr werbetechnisch vereinigen. Ein ungeschminkt realistischer Slogan wäre auch schon gefunden, da Sachsen-Anhalt kein Geld mehr hat, ihn an Autobahnen zu plakatieren: "Bundeswehr – das Land der Frühaufsteher".