Die Jugend-Debatte

Generation Y

Beim Versuch, das Wesen der jungen Generation zu charakterisieren, sind Soziologen inzwischen beim Buchstaben Y angelangt. Der folgt nicht nur logisch dem X, das für die zwischen 1960 und 1980 Geborenen steht, sondern spricht sich auch wie das englische "Why?" – "Warum?".

Faul oder klug?

Wie ticken die 15- bis 30-Jährigen? Darüber streiten die Meinungsmacher. Die ZEIT- Redakteurin Kerstin Bund zeichnet in ihrem Buch Glück schlägt Geld das Bild einer selbstbewussten Jugend, die mit ihren Ansprüchen die Arbeitswelt umkrempelt: Die Ypsiloner seien zwar leistungsbereit, aber nicht willens, für Job und Status ihr Leben zu opfern. Andere Autoren sehen sie deutlich negativer. Das Magazin Cicero bezeichnet ihre Forderungen als "Work-Life-Bullshit", das Handelsblatt nennt sie eine "Kuschelgeneration" und wirft ihnen "Biedermeiergeist" vor.

Zu Recht pragmatisch

Soeben ist die umfassendste Beschreibung der Generation Y erschienen: In seinem Buch Die heimlichen Revolutionäre fasst Klaus Hurrelmann, der Leiter der Shell-Jugendstudie, die Ergebnisse diverser Untersuchungen zusammen. Er weist auf die Prägung der Jungen durch mehrere, vor allem wirtschaftliche Krisen hin, auf die sie pragmatisch und, wie er sagt, "egotaktisch" reagieren (siehe rechts). Hurrelmann interpretiert dieses Verhalten als berechtigte Suche nach Sicherheit in einer unsicheren Welt.