Männlicher Konsum ist ja so simpel. Dem Werbefernsehen zufolge sollen Männer entweder Autos kaufen, Bier trinken oder ins Kino gehen. Das wär’s im Wesentlichen.

Verglichen damit, ist weiblicher Konsum hochkomplex. Schon die Wahl der richtigen Wimperntusche erfordert tiefe Kenntnisse des Superlativismus, wie meine liebe Kollegin Eva kürzlich bemerkte. So verspricht "Extreme Crazy Volume" extrem verrückte Fülle, während "Express Turbo Boost" höchstes Tempo suggeriert und "Get Big Lashes Volume Boost" wahrscheinlich beweisen will, dass beides zugleich möglich ist.

Schon interessant, wie Frauen sich in diesem Begriffswirrwar zurechtfinden können. Und es schaffen, die richtige Wimperntusche auszuwählen. Nach männlicher Lesart verheißen Hersteller wie Dior, Astor, Maybelline oder Essence ihren Kundinnen bloß etwas, von dem niemand genau weiß, was es eigentlich ist, von dem man aber trotzdem glauben soll, es sei noch viel superer als alles bisher Dagewesene. Oder zumindest schwärzer. Denn selbst Schwärze lässt sich ja immer noch steigern – sie ist derzeit ernsthaft als "Black Out", "Black Drama", "Blackest Black" und "Killer Black Big & Beautiful Boom! Volume" erhältlich. Mit Ausrufezeichen! Dringend erfunden werden müsste noch "Ultimate Turbo Boost Lift-up & Collossal Black Eye Multiplizer X-Treme 3D plus", für den ich hiermit vorsorglich Titel- und Markenschutz beantrage. Lizenzanfragen bitte per E-Mail.

Manchmal frage ich mich, ob sich eigentlich mehrheitlich Frauen oder Männer die Namen für Wimperntusche ausdenken. Ob ihnen ihre Arbeit wohl Spaß macht. Oder ob sie ihre Tätigkeit nur mit großen Mengen Bier ertragen können.