Während es in Berlin bereits erste Meldungen gibt, dass der Hauptstadtflughafen schon bei der Eröffnung – so sie denn kommt – zu klein sein könnte, bauen die Frankfurter munter vor. In der vergangenen Woche haben die Behörden den Bau eines dritten Terminals genehmigt. Schon die erste, 2,5 Milliarden Euro teure Ausbaustufe soll 14 Millionen zusätzlichen Passagieren Platz bieten, am Ende soll das Terminal gar für 25 Millionen neue Passagiere reichen.

Im vergangenen Jahr zählte der größte deutsche Flughafen 58 Millionen Passagiere, das macht ihn zur Nummer drei in Europa und zur Nummer zwölf in der Welt. Im ersten Halbjahr ging es weiter nach oben, und der Ferienmonat Juli war mit 5,9 Millionen Passagieren sogar der Monat mit dem bisher größten Aufkommen. Angesichts solcher Zahlen erwartet der Betreiber Fraport, dass die aktuelle Kapazitätsgrenze von maximal 68 Millionen Passagieren 2020 erreicht sein könnte und das neue Terminal spätestens 2021 in Betrieb gehen muss. Frankfurt will mit den aufstrebenden Konkurrenten aus Asien und den Golfstaaten mithalten, denn nur ein Teil der Passagiere, die hier landen, hat Goethes Geburtsstadt zum Ziel. Die Mehrheit steigt um, und die schätzt kurze Wege und schnelle Anschlüsse. Wer die nicht hat, verliert im Wettstreit der Drehkreuze. Das Argument klingt logisch, wenn man 78.000 Menschen Arbeit bietet.

Verlierer gibt es natürlich trotzdem: die Anwohner. Sie rechnen mit noch mehr Lärm, noch mehr Umweltverschmutzung. Am Montag demonstrierten daher Hunderte vor Ort gegen die Ausbaupläne. Dass der Frankfurter Planungsdezernent wie auch der hessische Verkehrsminister zu den Grünen zählen, verstärkt ihre Enttäuschung nur, von "grünen Verrätern" ist die Rede. Selbst die CDU in Mainz ist sauer. Noch ist ein Baubeschluss nicht gefallen, doch wenn 2021 der Betrieb laufen soll, muss der Bau laut Fraport nächstes Jahr beginnen. Es bleiben also nur noch Monate. Sie versprechen, heiß zu werden.