Es gibt Zoff in der Alternative für Deutschland (AfD). Lauten, unappetitlichen Zoff, nichts Neues also. Zum ersten Mal allerdings könnte am Ende einer als Verlierer dastehen, der sonst fast immer gewinnt: Bernd Lucke, der Chef der AfD. Es geht in diesem Streit um die Haltung zu Russland. Die Haltung zu Russland ist für die AfD, was Gorleben für die Grünen ist und der Sozialismus für die Linkspartei: identitätsstiftend.

Bislang war die AfD eine russlandfreundliche Partei. Alexander Gauland, außenpolitischer Kopf der AfD, forderte Ende 2013 in einem Grundsatzpapier, Deutschland müsse sich wieder auf Bismarcks Rückversicherungspolitik besinnen. Russland dürfe nicht weiter geschwächt werden. Gauland setzte der Komplexität postmoderner Außenpolitik die geostrategische Ratio des 19. Jahrhunderts entgegen. Mehr Preußen, weniger USA. Die Partei klatschte Beifall.