Der junge amerikanische Schachmeister Josh Waitzkin wandelte jahrelang auf den Spuren von Bobby Fischer, was Waitzkins Vater in dem Bestseller Searching for Bobby Fischer eindrucksvoll festhielt. 1993 wurde dieser sogar verfilmt. Doch als Waitzkin Schach zugunsten der Kampfsportart Taijiquan aufgab, meinte der norwegische Schachweltmeister Magnus Carlsen: "Josh hatte nicht genug Killerinstinkt, um im Schach erfolgreich zu sein. Deshalb wandte er sich wohl etwas Friedfertigerem zu." Worte, die vermutlich den Beifall Fischers gefunden hätten, schließlich sagte dieser einmal: "Ich will das Ego meines Gegners zerbrechen!" Was ist es dagegen schon, den Widersacher auf die Planken zu schmettern?!

Nun wird der sportliche Magnus, dem man ebenfalls eine Karriere als Kampfsportler zutrauen würde, dies wohl mit einem Ironie-Anflug geäußert haben. Doch zweifellos will er – so wie einst Fischer und Kasparow – immer und überall gewinnen. Entsprechend gab es für ihn nach der Eroberung des WM-Titels im "klassischen Schach" gegen den Inder Viswanathan Anand kürzlich bei der Schnell- und Blitzschach-WM in Dubai nur ein Ziel: Weltmeister aller Klassen zu werden. Was ihm schließlich dank seines Ehrgeizes, unterstützt von einer beneidenswerten Physis und dem stets wachen Killerinstinkt, gelang.

Mit welchem kombinatorischen Schlag errang er als Weißer gegen den Russen Potkin siegbringenden Vorteil?

Lösung aus Nr. 36:

Mit welch überraschender Opferkombination hätte Schwarz in 3 Zügen matt setzen können? Nach 1...Th3+ 2.Kf4 und jetzt dem Turmopfer 2...Tf3+! wäre 3.Dxf3 erzwungen gewesen, wonach indes 3...De5 matt gesetzt hätte – die weiße Dame beherrscht nun nicht mehr das Mattfeld e5 und nimmt ihrem König das Fluchtfeld f3