Für Evolutionäre

Als das Forschungsschiff HMS Beagle im Dezember 1831 in See stach, standen in der Kabine des Naturforschers Charles Darwin 404 Bücher: die Schiffsbibliothek, die den jungen Wissenschaftler fünf Jahre lang begleiten sollte. Im Laufe der Reise sammelte Darwin Erkenntnisse, die ihn zu seinem revolutionären Werk Über die Entstehung der Arten inspirierten. Welchen Einfluss die Bücher darauf hatten, kann nun jeder nachlesen. Sämtliche Bände der Beagle-Bibliothek sind auf der Webseite http://darwin-online.org.uk zu finden. Bis in die achtziger Jahre war nur ein Teil der Leseliste bekannt. Vollständig rekonstruiert wurde sie nun unter der Leitung von John van Wyhe von der National University of Singapore. Die meisten Bücher sind Reiseberichte und naturgeschichtliche Werke; man findet aber auch das Neue Testament auf Deutsch oder John Miltons Paradise Lost. Wer länger stöbert, stößt auf Bände mit träumerischen Landschaftsbildern und skurrilen Tierzeichnungen. Und entdeckt, wie farbenfroh die Welt in den Augen eines Forschers doch ist: Die Farbbeispiele in Werner’s Nomenclature of Colours reichen vom Schokoladenrot einer Paradiesvogelbrust über menschliches Augapfelweiß bis zu den lavendellilafarbenen Tupfen auf den unteren Flügeln eines Pfauenauges.

Geh mir aus der Sonne

Vor vielen Jahren war Sonnencreme ein Hit: 1998 vertonte der australische Regisseur Baz Luhrmann für den Song Everybody’s Free (To Wear Sunscreen) eine Kolumne der Journalistin Mary Schmich. "Tragen Sie Sonnencreme", heißt es im Text. Der Song wird nur noch selten im Radio gespielt. Seine Botschaft gilt für viele Reiseziele noch immer. Nur: Wie intensiv strahlt die Sonne im Urlaubsland überhaupt? Wann endet die persönliche Eigenschutzzeit der Haut, und wann sollte man zur Tube greifen? Das verrät die App UV-Check: Anhand von Standort, Uhrzeit, Hauttyp, Höhenmetern und besonderen Umweltbedingungen wie reflektierendem Schnee oder Wasser errechnet sie, wie lange der Nutzer ohne Schutz in der Sonne bleiben kann. Wer bereits eingecremt ist, kann zusätzlich den Lichtschutzfaktor eingeben – die Zeitangaben verlängern sich dann entsprechend. Entwickelt wurde die Anwendung vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Deshalb gibt es auch eine Fotofunktion: Für den nächsten Arztbesuch lassen sich Hautveränderungen dokumentieren. Was fleißige App-Nutzer aber hoffentlich nicht nötig haben. 

UV-Check für iOS und Android, kostenlos

Hallo, altes Haus!

Seit der Maueröffnung wird Berlin modernisiert. Viele Touristen interessieren sich jedoch nicht nur für Glanz und Lifestyle – sondern für eher heruntergekommen wirkende Bauten. Häuser, die früher besetzt waren oder es heute noch sind: das Tommy-Weisbecker-Haus und das Georg-von-Rauch-Haus in Kreuzberg, das Tuntenhaus in Prenzlauer Berg oder die Gebäude in der Rigaer Straße in Friedrichshain. Wer mehr wissen will als das, was Graffiti und Plakate an der Häuserfront preisgeben, kann sich auf dem interaktiven Stadtplan Berlin Besetzt über die Geschichte der Bauten informieren. Die Karte zeigt Standorte an; Fotos, Zeitungsberichte, Flyer und Links geben Auskunft über die frühere und heutige Nutzung der Gebäude, Besetzer und Räumungsversuche. Lediglich der Ton fehlt. Der ultimative Soundtrack käme wohl von Ton Steine Scherben: Mit Die letzte Schlacht gewinnen wir oder dem Rauch-Haus-Song schrieb die Band in den 1970er Jahren Hausbesetzer-Hymnen.