Die Zeiten werden unsicherer. Multimillionäre betteln uns arm, Terrormilizen lösen Flüchtlingsströme aus, und die ÖVP hat in Vorarlberg nicht einmal mehr die absolute Mehrheit. In solch bewegten Zeiten ist es nicht verwunderlich, dass vielen Bürgern bange ist und sie sich wehmütig an die Zeiten der guten alten Grenzkontrollen zurückerinnern. Man kann Politikern manches vorwerfen, aber ihr Ohr, das haben sie am Volk. Die Innenministerin beispielsweise. Sie versprach nun sogar eine Aktion scharf der Grenzhüter, damit sich "kein Krimineller bei uns sicher fühlen kann". Nur scheinbar zufällig dringen zeitgleich alarmierende Nachrichten aus Niederösterreich an die Öffentlichkeit. Dort wurde ein Piranha aus der March gefischt. Dieser hochgefährliche Raubfisch ist normalerweise in Südamerika beheimatet. Der Legende nach kann er mit ein paar Artgenossen binnen kürzester Zeit Menschen bis aufs Skelett abnagen. Natürlich nur im Wasser. Schlichte Geister sehen in dem Piranha-Fund vermutlich eine weitere Bestätigung der fortschreitenden Überfremdung, die nicht einmal mehr vor österreichischen Gewässern haltmacht. Weit gefehlt. Es handelt sich vielmehr um ein besonders gelungenes Beispiel einer proaktiven Sicherheitspolitik. Die March ist ein Grenzfluss, der Piranha ein Killer. Mit diesem innovativen Pilotprojekt sollen künftig Eindringlinge ferngehalten werden. Biowaffen gegen das Schlepperunwesen quasi. Vor Kurzem erst wurde von Bären berichtet, die im Kärntner Grenzland gesichtet wurden. Auch Wölfe sollen in vielen Grenzwäldern wieder heimisch sein. Zufall? Nein, alles Teil eines ausgeklügelten, biologisch korrekten und vor allem kostengünstigen Schutzes des Territoriums zu Wasser, zu Land und in der Luft. Wenn also demnächst zu lesen ist, dass ein peruanischer Kondor im Südburgenland aufgetaucht sei, dann weiß man Bescheid. Diese Riesenvögel haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber der herkömmlichen Luftraumüberwachung durch die Eurofighter: Kondore können wirklich fliegen.