Abermals herrscht großes Rätselraten rund um die Reform des Gesundheitswesens. Eigentlich unverständlich, denn die Lösung liegt so nahe, nämlich beim Gastgewerbe. Dort geht der Trend eindeutig zum takeaway food , also zum nicht ganz so hochwertigen Fortnehmessen. Daran könnte und sollte sich die Medizin ein Beispiel nehmen. Besteht ein Patient darauf, seine Wehwehchen von einem Arzt direkt behandeln zu lassen oder gar in einem Spital stationär kuriert zu werden, dann kostet das natürlich eine entsprechende Kleinigkeit. Geht man aber ein kleines Gesundheitsrisiko ein, so wie wenn man seinen Hunger mit takeaway food stillt, muss das klarerweise billiger sein: Man wendet sich an ein medizinisches Callcenter, klagt sein Leiden und behandelt sich anschließend selbst zu Hause. Diese takeaway medicine , wie der neue Fachausdruck heißt, hätte noch andere Vorteile. Keine überfüllten Wartezimmer, und angesichts der Qualität mancher Ärzte könnte diese Methode möglicherweise sogar den Heilerfolg steigern. Des Weiteren wäre auch eine Art medizinischer Schnellservice anzudenken. Experten sprechen nun schon von einer kleinen Revolution in der Gesundheitsversorgung: ein Netzwerk von drive-in doctors . Hausbesuche beim Arzt gleichsam. Auch hier verliert man keine wertvolle Zeit und könnte noch schnell auf dem Heimweg, quasi im Vorbeifahren, eine kleine Blutabnahme oder einen Sehtest vom Auto aus vornehmen lassen. Die ideale Lösung für die Krankenkassen wäre überhaupt ein drive-in life . Nirgendwo mehr länger als nötig stehen bleiben und somit kaum mehr zwischenmenschliche Kontakte. Solch eine nahezu keimfreie Existenz senkt jegliche Ansteckungsgefahr drastisch. Eine epidemiesichere Mobilisierung des Daseins gewissermaßen. Konsequent zu Ende gedacht, wäre dann natürlich der Tod der finale takeawayer und somit die beste Entlastung für die maroden Krankenversicherungen. Man müsste für diese neue Form des Ablebens nur einen schönen Namen finden, weil der Begriff des Sterbens etwas hart und abschreckend klingt. Wie wäre es mit Patienten to go ?