Unter der Überschrift "Beladen mit Ignoranz" hatten wir auf Seite H3 vom 25. September 2014 über die Haltung der Umweltverbände und der Grünen zur geplanten Elbvertiefung berichtet. Tenor: Das Ökolager ignoriert die Schäden für das Klima, die entstehen, wenn große Containerschiffe Hamburg nicht mehr anlaufen können und darum ein Teil des Güterverkehrs in Zukunft über weiter westlich gelegene Nordseehäfen abgewickelt wird. Hier antworten zwei Vertreter des Naturschutzbundes Deutschland, der gegen die Elbvertiefung klagt, und eine Bundestagsabgeordnete der Grünen auf den Artikel.

Sie haben den Umweltverbänden Ignoranz vorgeworfen, weil diese nicht ausreichend untersucht hätten, ob vielleicht Klimaschutzgesichtspunkte für die Elbvertiefung sprächen. Ich hatte Ihnen dazu erläutert, dass es schon aus Kostengründen unplausibel wäre, Container per Lkw von Rotterdam in Hamburgs Nähe oder ins östliche Hinterland zu transportieren. Die Mehrkosten pro Kilometer Straßentransport sind deutlich höher als die Transportkosten auf dem Seeweg. Ihr Hinweis darauf, dass es auch andere Fälle gibt, widerlegt nicht das Kostenargument, sondern deutet darauf hin, dass es auch Ausnahmen von der Kostenpriorität gibt.

Im Übrigen haben selbst die Vorhabensträger nicht versucht, die von Ihnen verfolgte Argumentation in ihren Antrag zur Elbvertiefung aufzunehmen. Das wäre aber die Voraussetzung dafür, dass wir uns damit inhaltlich tiefer hätten befassen müssen. Es ist jedenfalls nicht Aufgabe der Umweltverbände, aus ihren knappen Mitteln Untersuchungen dazu in Auftrag zu geben, ob es andere als die angegebenen Gründe gibt, die für ein ansonsten abgelehntes Projekt sprechen.

Alexander Porschke,
Vorsitzender des Naturschutzbundes und ehemaliger Umweltsenator der Grünen in Hamburg