Kennen Sie "ÖPP"? Hinter den drei Buchstaben verbirgt sich die Geheimformel für die A 7, Deutschlands Rennstrecke nach Sylt. ÖPP, das steht für Öffentlich-Private Partnerschaft oder auch für: staatliches Autobahnbauen ohne Bezahlen. Staat und Privatinvestor quasi Stoßstange an Stoßstange ins Autoglück – und das Land Schleswig-Holstein hat keinen Cent dazubezahlt. Auf die Art werden jetzt hinter dem Elbtunnel 65 Autobahnkilometer verbreitert.

An der A 7 wird damit ein verkehrspolitischer Hütchenspielertrick aufgeführt: Ich leih dir meine Autobahn, du baust, hältst alles in Schuss und darfst damit Geld verdienen, bis ich zurückkomme. Dann gehört wieder alles mir. Kritiker nörgeln zwar: Wenn der Staat später eh noch etwas zahlen muss, macht er doch Schulden, die man nur noch nicht sieht. Das sollte man aber nicht überbewerten – wer weiß schon, wie die Welt später mal aussieht und ob es Schleswig-Holstein dann überhaupt noch gibt.

So geht ein Stück Autobahn jetzt für 30 Jahre an private Betreiber. Die bauen endlich achtspurig aus. Freuen wir uns! Der Norden bekommt nigelnagelneue Fahrbahnen, die ein Investor einfach so hinter Hamburg in den Sand zaubert. Und mal ehrlich: Wäre es etwa besser, wenn sich Kiels klammer Verkehrsminister stattdessen von Schlagloch zu Schlagloch wurschtelte? Dann doch lieber eine private Edelbaustelle am Stück, finden wir und rufen: A 7, du reife Schöne, lass dir neues Make-up anlegen, werde breit, und sei vor allem billig!

Das Verkehrschaos verspricht also ein Fest für alle Sinne zu werden: mit Baustellen, die wandern. Da werden Megastaus auch nicht weg sein, aber zum Glück immer woanders.