Die Sonne strahlt ihre Energie ziemlich konstant ins All. Würde man eine Scheibe von einem Quadratmeter Größe mit dem mittleren Abstand der Erde so im Weltraum positionieren, dass sie stets zur Sonne weist, dann bekäme sie jahrein, jahraus eine Strahlungsleistung von 1.368 Watt ab. Ein durchschnittlicher Quadratmeter auf der Erdoberfläche empfängt im Schnitt weniger: Selbst wenn wir uns die Energie absorbierende Atmosphäre wegdenken, sind es nur etwa 342 Watt. Das liegt daran, dass die Erdoberfläche nicht immer zur Sonne zeigt. Die Hälfte der Zeit liegt sie im Dunkeln, und in der restlichen Zeit scheint die Sonne meist nicht senkrecht von oben – und je flacher der Einfallswinkel, umso geringer ist die empfangene Energie.

Am Äquator ist die Sache am einfachsten. Dort scheint täglich 12 Stunden die Sonne, und die empfangene Leistung variiert übers Jahr nur wenig. Sie liegt im Tagesschnitt bei etwa 439 Watt pro Quadratmeter. Am Nordpol dagegen schwankt die Strahlung gewaltig – während des Winterhalbjahres ist es komplett dunkel, aber im Sommer scheint die Sonne den ganzen Tag. Am 21. Juni beträgt die Einstrahlung 522 Watt pro Quadratmeter, also mehr als am Äquator.

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Die Antwort auf die Frage hängt letztlich davon ab, wie man den Sommer definiert. In den gesamten Monaten Mai, Juni und Juli empfängt der Nordpol jeweils mehr Energie als der Äquator. Betrachtet man dagegen den meteorologischen Sommer, der vom 1. Juni bis zum 31. August dauert, dann steht der Äquator insgesamt ein bisschen besser da.

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Anmerkung der Redaktion, 23.10.2014: In der gedruckten Fassung dieses Artikels stand: "Am Äquator ist die Sache am einfachsten. Dort scheint täglich 12 Stunden die Sonne, und die empfangene Energie variiert übers Jahr nur wenig." Wir haben das hier korrigiert.