Klickt man sich durch die Porträts dieses Musikers, vermisst man vor allem eines: ein Lächeln. Das gestattet er sich nicht vor der Kamera. Und auch auf der Bühne gibt sich der Mann mit den scharf rasierten Koteletten verschlossen und derart in die Musik abgetaucht, dass man sich fragt, ob er jemals wieder daraus auftauchen wird. Aber das muss wohl so sein angesichts jener Aura von Melancholie, die sein Wirken und das seiner Band umgibt. "Die ersten beiden Alben entstanden in kompletter Isolation und Naivität", erzählte er zum 20-jährigen Bestehen. "Mit dem Erfolg sickerte aber auch die sehr nüchterne Realität des Musikgeschäfts ein, und das, was zwischen uns war, begann zu erodieren." Irgendwann hatten die sechs Musiker genug von den vielen Vorgaben, die der Vertrag bei einem Musikkonzern ihnen abverlangte, die Band löste sich auf. Und er, Songwriter und Seele des Ganzen, beschritt Solopfade: "Ich wollte weg von der Opulenz und den Orchester-Arrangements: Es gab nur mich, in einem Zimmer, mit einer Gitarre und meinen Songs." Nachdem er sich so vergewissern konnte, dass er das Komponieren nicht verlernt hatte, besann er sich wieder auf seine Wurzeln. Die Band verkündete ihre reunion, letztlich blieben drei der Urmitglieder zusammen.

Verstärkt durch zwei junge Kollegen, touren sie nun wieder umher, oft Monate am Stück. Dann feiern und beschwören sie Abend für Abend die dunklen Seiten der Liebe. Spielen ihre alten und die neuen Songs – dahinfließende, oft improvisiert wirkende Melodien mit leitmotivisch einsetzenden Themen, und er singt oder rezitiert dazu die Texte. Vor allem in Frankreich, wo er mit seiner sechsköpfigen Familie auf dem Land wohnt, können sie auf eine treue Fangemeinde bauen; die Soundtracks zu den Filmen einer ambitionierten Regisseurin haben sie hier früh bekannt gemacht. Seine Frau, selber Künstlerin, gestaltet die CD-Cover. Inzwischen spielen sie auch in großen Foren wie dem Pariser Olympia, unlängst sogar in einer Kathedrale – der passende Rahmen für diese einzigartige Variante leiser Musikpoesie, die der Mann mit der magischen Stimme verkörpert und lebt. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 41:

Hugo Ball (1886 bis 1927) war 1912 Dramaturg der Münchner Kammerspiele, emigrierte 1915 nach Zürich, wo er 1916 die "Künstlerkneipe Voltaire" gründete, Wiege der Dada-Bewegung. Mit Emmy Hennings ging er auf Tournee, von seinem Freund Hermann Hesse stammt das Zitat