US-Präsident Barack Obama hat nun noch ein Problem mehr. Wenn er künftig nach New York kommt, muss er sich womöglich eine neue Unterkunft suchen. Das Waldorf Astoria, Stammhotel der amerikanischen Präsidenten seit Herbert Hoover und über Jahrzehnte hinweg der Stolz des Hilton-Imperiums, ist für knapp zwei Milliarden Dollar an den chinesischen Versicherungskonzern Anbang verkauft worden. Es folgte der übliche Aufschrei über den Ausverkauf der USA, schließlich ist der 83 Jahre alte Kasten eine New Yorker Ikone. Dort wohnte Marilyn Monroe, zog Henry Kissinger seine diplomatischen Fäden und residierte der legendäre Mafiaboss Lucky Luciano.

Alles Geschichte! In einer Umfrage des Börsensenders CNBC verlangten 75 Prozent der Teilnehmer, Präsident Obama solle keinesfalls im Chinesenhotel absteigen. Das wird allerdings immer schwieriger, denn das Waldorf ist nur das Kronjuwel in der stetig wachsenden Sammlung chinesischer Investoren. Eine Gruppe aus Shanghai hat vergangenes Jahr 40 Prozent des General Motors Building erworben. Vermögende chinesische Privatleute sichern sich Apartments in neuen Luxustürmen. Insgesamt 11 Milliarden Dollar flossen allein im vergangenen Jahr in US-Wohnobjekte, viele davon in New York. Mandarin gehört bei Maklern der gehobenen Klasse zum Repertoire. Angelockt werden die Anleger von der sicheren Rendite, die eine Immobilie in New York verspricht.

Beim Waldorf Astoria handelt es sich derweil nicht um ein Schnäppchen. Der Kaufpreis entspricht 1,4 Millionen Dollar pro Zimmer. Dabei meckern Touristen im Internet über klemmende Badezimmertüren, räudige Teppiche und schäbige Tapeten. Nun soll das Hotel überholt werden. So sorgen Käufer aus dem kommunistischen China dafür, dass das Waldorf noch exklusiver wird als je zuvor. Wenn das kein Sieg ist für die Hauptstadt des Kapitalismus!