Dies ist keine Glosse. Denn was, so fragen informierte Beobachter sorgenvoll, soll daran bitte komisch sein? Schwedische Schnellboote schwimmen scharenweise durch die Schären: Sie suchen ein fremdes U-Boot oder Taucher mit nicht schwedischem Pass oder irgend jemand anderen, der unter Wasser mit dem Säbel rasselt. Ist es der russische Bär, der sich den Pelz waschen will, ohne ihn nass zu machen? Oder unwillkommener Besuch der Niederländer, um die es in jüngster Zeit so still geworden ist? Womöglich sind es auch neoliberale Populisten, schlecht in die schwedische Gesellschaft integrierte Krimiautoren oder alte weiße Männer. Vielleicht gar ist es ein wild gewordener Algorithmus, diesen Dingern ist bekanntlich alles zuzutrauen. Jetzt bloß nicht schlafwandeln!

Der Vorgang setzt dem europäischen Fass die schwedische Krone auf. Anders, wenngleich nicht besser, gesagt: Er sorgt für Furore. Die ist ja knapp geworden. Müssen sich die Schweden jetzt neu erfinden? Jedenfalls darf man sie sich als schwedische Menschen vorstellen: eine Spurensuche.

Was sagt die Nato? Nichts. Sie schweigt beredt. Schweden ist kein Nato-Mitglied, das könnte der Grund sein. Die Nato, wo wir schon dabei sind, muss sich wandeln. Sie braucht eine neue Philosophie, auch Hegel wäre dieser Meinung gewesen. Ihr Garten muss bestellt werden, aber nicht vom Bock, wie in diplomatischen Kreisen hinter vorgehaltener Hand geraunt wird: Da beißt die Maus keinen Faden ab, während die postmoderne Katze auf dem globalisierten Tisch tanzt.

Willkommen in der Wirklichkeit.

Schwedens Militärs haben unterdessen zugegeben, dass das Foto, das sie auf ihrer ersten Pressekonferenz zum Beweis eines unerlaubten Eindringens anführten, in Wahrheit etwas völlig anderes zeigt. Aber was? Wir wissen es nicht, woher denn auch. Sogar das Internet bleibt stumm. Wo ist es, wenn man es mal braucht?

Jetzt streuen sich die Schweden Knäckebrot aufs Haupt. Konstruktive Lösungen sehen anders aus. Aber wie? Darüber schweigen die Auguren, ausgerechnet sie.

Machen wir uns ehrlich: Francis Fukuyama hatte sich das alles anders vorgestellt, als er seinen berühmt-berüchtigten Essay über das "Ende der Geschichte" schrieb. Wir wissen nur zu gut, was darauf folgte. Schlägt nicht vielmehr die Stunde der Diplomatie? Die Zukunft wird es weisen – so viel steht fest.