Worum geht es in der aktuellen ZEIT? Was sind die wichtigsten Themen? Diese stellen ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und der stellvertretende Chefredakteur Bernd Ulrich Ihnen hier vor.

Was Journalismus heute wirklich bedeuten und bewirken kann, zeigt sich in der atemberaubenden Reportage von Amrai Coen und Malte Henk. Die beiden jungen Kollegen haben den Ort aufgesucht, an dem der Ebola-Virus entstanden ist und dann den Weg der Seuche bis vor unsere Haustür verfolgt. Was aber wird mit Reportern, die über einen gefährlichen Virus berichten? Zurück in Deutschland wurden sie selbst zu gesundheitlich Verdächtigen, Nachbarn und Freunde gehen buchstäblich auf Distanz, in der Redaktion wurde darüber diskutiert, ob sie überhaupt an ihren Arbeitsplatz zurückkehren dürfen, jedenfalls solange wie die Krankheit theoretisch noch ausbrechen kann, das sind beim Erscheinen dieser Ausgabe noch elf Tage. Nun gehören die beiden weißen Westeuropäer, wie sie selbst schreiben, zur "Kaste der Unberührbaren", gottlob nur vorübergehend.

Auch unsere Feuilletonchefin Iris Radisch begab sich auf eine abenteuerliche Reise, allerdings waren die Risiken hier rein geistiger Natur. Sie besuchte die drei wichtigsten Intellektuellen der Alternative für Deutschland. Wie rechts sind die? Wie differenziert kann Populismus sein? Radisch hatte sich entschlossen, unvoreingenommen zu sein, sie hat einen eher neugierigen Text geschrieben. Geistige Ansteckung halten wir gleichwohl für ausgeschlossen.

Für reichlich Gesprächsstoff dürfte unsere Titelgeschichte sorgen. Sollen Firmen es fördern, wenn Frauen ihre Eizellen einfrieren lassen, um Kinder dann bekommen zu können, wenn es gerade passt, im Zweifel also: später. Oder greifen Apple und Facebook damit in die Familienplanung ihrer Mitarbeiterinnen ein? Und was wird mit den Frauen, die sich dieser Art von betrieblicher Fürsorge verweigern und zur Unzeit ein Kind bekommen (und ist nicht irgendwie immer Unzeit?)? Wir haben eine Umfrage machen lassen und in dieser Frage einen Generationenkonflikt entdeckt. Die Älteren finden es falsch, die Mehrheit der Jungen begrüßt es. Außerdem denkt Elisabeth Niejahr darüber nach, was es bedeutet, dass sie selbst Eizellen hat einfrieren lassen – und sich damals dafür schämte.

Wir haben uns ja schon oft gefragt, wann und wo genau diese im Internet so oft angeprangerten Verschwörungen der sogenannten Mainstream-Journalisten eigentlich stattfinden. Und vor allem: Warum sind wir da nie eingeladen? Sind wir womöglich zu unwichtig? In dieser Ausgabe der ZEIT bietet Uwe Pörksen eine andere Erklärung an: Es gibt sie gar nicht, diese Verschwörung. In einer engagierten Analyse verteidigt der Medienwissenschaftler unseren Berufsstand. Auch mal schön, wo doch gerade die Printmedien in letzter Zeit so runtergemacht werden (überwiegend von Printmedien).

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