Jacek Krzywinski, Physiker und Entwickler bei der Magnetfabrik Bonn, hat seit 20 Jahren einen Magneten aus dem Metall Neodym im Keller liegen. "Der ist an der Oberfläche ein bisschen angerostet, aber seine Kraft hat er behalten." Krzywinski beschreibt drei Feinde des Dauermagneten: erstens die Zersetzung etwa durch Oxidation; zweitens hohe Temperaturen; und drittens äußere Magnetfelder. Wer seinen Magneten vor diesen Einflüssen beschützt, der kann praktisch unbegrenzt Freude an ihm haben.

Das Phänomen des Magnetismus ist physikalisch ziemlich kompliziert und lässt sich letztlich nur mit Feinheiten der Quantentheorie erklären. Für unsere Zwecke ist es wichtig, zwischen magnetisierbaren Materialien zu unterscheiden, aus denen man Dauermagneten herstellen kann, und anderen, die vorübergehend zu Magneten werden, etwa Elektromagneten. Permanentmagneten lassen sich nur aus den Metallen Eisen, Nickel und Kobalt sowie ihren Legierungen herstellen.

Moderne Magneten findet man nicht irgendwo in der Natur. Um sie herzustellen, setzt man diese drei Metalle einem starken Magnetfeld aus. Dann orientieren sich die "Elementarmagnete", aus denen das Material besteht, alle in derselben Richtung. Diese Orientierung bleibt bestehen, wenn das äußere Magnetfeld nicht mehr da ist.

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Die Frage ist: Kann diese Orientierung mit der Zeit wieder verloren gehen? Das kennt man zum Beispiel von Stahlwerkzeugen, die ein schwaches Magnetfeld annehmen können und dann zum Beispiel kleine Metallteile anziehen. Diese schwache Magnetisierung kann sogar schon durch einen kräftigen mechanischen Stoß wieder verloren gehen.

Starke kommerzielle Magnete lassen sich so leicht nicht desorientieren. Ihnen kann vor allem Hitze zu schaffen machen. Jedes Magnetmaterial hat eine sogenannte Curietemperatur, bei der die Magnetisierung abhandenkommt. In der Praxis kann eine Schwächung schon bei niedrigeren Temperaturen auftreten. Besonders empfindlich sind die superstarken Magneten aus Neodymverbindungen – bereits eine Temperatur von 80 Grad Celsius kann sie merklich schwächen. Aber auch extreme Kälte macht Magneten zu schaffen.

Solange sich das Metall nicht chemisch zersetzt hat, ist der Verlust der Magnetisierung allerdings reversibel: Man muss es nur wieder einem starken äußeren Magnetfeld aussetzen, dann gewinnt es seine Kräfte zurück.