Worum geht es in der aktuellen ZEIT? Was sind die wichtigsten Themen? Diese stellen ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und der stellvertretende Chefredakteur Bernd Ulrich Ihnen hier vor.

Von wegen Jammerossis: Jetzt wollen sie es uns zeigen. Sie brauchen kein "Vollkaskoleben", sie bauen ein neues Land. So klingen die Texte von sechs jungen ostdeutschen ZEIT- und ZEIT-ONLINE-Autoren, die vor 25 Jahren, als die Mauer fiel, quasi gerade mal geboren waren und die DDR kaum noch selbst erlebt haben. Trotzdem fühlen sie sich anders als ihre westdeutschen Altersgenossen, denen sie nun in unserer Titelgeschichte ihre Sicht auf Deutschland erklären. Sie reklamieren für sich unumwunden, das Beste aus zwei Welten zu vereinen. Das glauben wir nach Lektüre ihrer enthusiastischen Artikel gerne. Nur hinter eine ihrer Behauptungen müssen wir ein entschiedenes Fragezeichen setzen: dass es im Osten die besseren Männer gebe.

Auch Moritz von Uslar hat sich aus Anlass von 25 Jahren Mauerfall auf den Weg zu den Spuren von Teilung und Vereinigung gemacht. Er kam bis zur Berliner Ackerstraße, die einst durch die Mauer in zwei Teile zerfiel. Heute stellt er fest, dass sich im Ostteil der Ackerstraße viel getan hat und im Westen wenig Neues entstand. Uslar mag beides.

Die Mauer wurde übrigens weder von der Stasi geöffnet noch von der CIA, das wissen wir. Wissen wir es wirklich? Zu jedem großen historischen Ereignis gibt es Verschwörungstheorien, sie sind im Zweifel spannend und in aller Regel völlig immunisiert für Gegenargumente. Wenn die Zeiten komplizierter werden, dann schießt das Verschwörungsdenken geradezu ins Kraut. Und in solchen Zeiten leben wir. Im Politik-Teil der ZEIT beginnt darum in dieser Ausgabe eine Serie über Verschwörungstheorien, sozusagen ein Best of des Konspirativen, sie werden vorgestellt und hinterfragt, widerlegen kann man sie ja nicht. Den Anfang macht ein Klassiker: Die USA haben die Anschläge vom 11. September selbst verübt.

Hans-Olaf Henkel war mal Präsident des BDI und Dauergast in den Talk-Shows. Nun sitzt er für die AfD im Europaparlament und ist ziemlich sauer. Auf den Euro. Aber auch auf seine neue Partei, die AfD. Manchmal schäme er sich, gesteht er unserem Brüssel-Korrespondenten. Das, so finden wir, ist ein guter Impuls.

Wenn zwei begnadete Polemiker zu einem relevanten Thema aufeinandertreffen, so ist das ein journalistischer Glücksfall. In dieser Woche antwortet der Bundesrichter und regelmäßige ZEIT-Autor Thomas Fischer auf Norbert Blüms Kritik am Zustand des deutschen Justizwesens. Sagen wir mal so: Im Streit der beiden möchte man kein Richter sein.

Zum Schluss eine gute Nachricht aus der neuen Ausgabe: Die Stimmung ist schlechter als die Lage. Aber nicht bei den Deutschen, die für sowas ja prädestiniert sein sollen, sondern bei den sonst stets optimistischen Amerikanern. Verkehrte Welt.  

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